“Mehr Aktivismus!” – Vom Umweltschutz zur Klimagerechtigkeit


In dieser Zeit vollzog die tuuwi einen spürbaren Wandel: Der Fokus verlagerte sich von klassischem Umwelt- und Naturschutz hin zu klimapolitischen Themen und mehr protestähnlichen Aktionen.

Das zeigen zunächst die Inbetriebnahme der zweiten Solaranlage von UniSolar 2015 und die Gründung der ersten Bücherzelle 2016. 2017 folgte die Protestaktion #GrünerCampus, die den Einsatz für eine nachhaltigere Uni und weniger Baumfällungen symbolisierte. Der Einfluss auf die universitären Strukturen wuchs ebenfalls, etwa durch den Prozess zur Einführung FSR-Nachhaltigkeitsbeauftragten und die Arbeit der AG Struktur. Gleichzeitig startete die tuuwi ihre Präsenz auf Social Media, insbesondere auf Facebook und Instagram, um eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.

Klimagerechtigkeit wurde zentraler, und die tuuwi engagierte sich verstärkt bei Klimacamps und Protestaktionen über Dresden hinaus. Das Jahr 2019 endete mit der Klimaktionswoche und der Besetzung des Audimax (#HSZfürsKlima), ein starkes Signal für die wachsende klimapolitische Mobilisierung der Gruppe.

Steckbriefe von damals Aktiven finden sich weiter unten und bieten einen ganz besonderen Einblick in die tuuwi.


(noch mehr) Steckbriefe:

Hanna Boegel

Aktive Zeit: Oktober 2019 – Sommer 2022
Tätigkeit: Koordination der Umweltringvorlesungen, AG Garten

URV-Koordination (2020 bis 2022) im tuuwi-Büro mit Jenny, Jule und Hanna (v.l.n.r.)

Wie hast du zur tuuwi gefunden und warum bist du geblieben?
Zur tuuwi gekommen bin ich, weil ich nach meinen ersten beiden Semestern ohne Aktivitäten außerhalb der Uni mal wieder Lust auf andere Gesichter hatte und mit anpacken wollte. In meinem Studium Wirtschaftswissenschaften wurden Themen wie Nachhaltigkeit, Naturschutz und Klimakrise außerdem etwas zu kurz behandelt.
Bei der tuuwi geblieben bin ich, weil es immer was zu tun gab! Außerdem tat es gut mit anderen Menschen eine gemeinsames Grundverständnis zu haben und Zeit miteinander zu verbringen bei leckerem veganem Kuchen. 😀

Welche Erfahrung oder Aktion von deiner Zeit bei der tuuwi wird dir für immer in Erinnerung bleiben?
Die Aktionen rund um die Besetzung des Hörsaalzentrums im November 2019, die Höcks, gemeinsam die ersten digitalen Prüfungen der Uni zu wuppen, der Geruch der Stura-Baracke! Und noch viel mehr..

Wie blickst du heute auf dein Engagement bei der tuuwi zurück?
Auch wenn mein Einstiegsplenum überladen war mit unbekannten Handzeichen, Abkürzungen und vielen diskussionsfreudigen Menschen: Ich bin sehr froh dabei geblieben zu sein und auch heute mich noch wie ein Teil der tuuwi zu fühlen, wenn ich mal wieder in Dresden vorbeischaue.

Was hast du in der tuuwi gelernt, was du noch heute anwendest?
Dass es besser für alle ist, seine eigenen Kapazitätsgrenzen klar zu kommunizieren.
Klare Strukturen in Gruppengesprächen zu haben, ist Gold wert.
Tomatenpflanzen pflegen.

Was wünscht du der tuuwi für die nächsten Jahre?
Dass die Umweltringvorlesungen wieder Aufschwung bekommen und Studis wieder merken, wie wichtig und auch voller Freude ehrenamtliches Engagement ist!

Kristin Fiedler

Aktive Zeit: seit April 2018 bis 2024
Tätigkeiten: AG Struktur, Green Office – Initiative, Grundvorlesug ökologische Nachhaltigkeit, Mitgleid KU, 2 URVs, AG Garten, AG SaveThePower, Überarbeitung ULF, Orga 30-Jahr-Feier und Nachhaltigkeitsparty, Netzwerk N, …

Kristin heute

Wie hast du zur tuuwi gefunden und warum bist du geblieben?
Ich bin durch die URV-Plakate auf die tuuwi aufmerksam geworden. Dann, als ich endlich mehr Zeit im Studium fand mich ehrenamtlich zu engagieren bin ich zum Plenum gekommen und fand die Gruppe, um mich endlich frei im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu engagieren. Seitdem habe ich einiges getan, Wichtiges und weniger Wichtiges. Ich bin geblieben, weil die tuuwi sie super vielseitig und flexibel ist und ich mit Hilfe meiner Mitmenschen schon viele Visionen verwirklichen konnte. Außerdem fühle ich mich den folgenden Generationen verpflichtet und nutze gern die Chance mit Hilfe der Tuwinaut:innen die Welt ein bisschen besser zu machen.

Welche Erfahrung oder Aktion von deiner Zeit bei der tuuwi wird dir für immer in Erinnerung bleiben?
Ich denke vor allem, dass wir das Unileben mitgestalten und vor allem bereichern, wird mir immer in Erinnerung bleiben. Einerseits denke ich stärkt die tuuwi und deren URVen den Bereich von BNE der Uni wesentlich, andererseits glaube ich, dass unsere strukturelle Arbeit bei der Kommission Umwelt und dem Green Office sowie dem Team für ökologische Nachhaltigkeit die Uni maßgeblich mitgestaltet und auf den richtigen Weg im Bereich Nachhaltigkeit bringen.
D.h. ich werde immer die harte Arbeit und das Kämpfen um die kleinsten Schritte im Kopf behalten, aber auch die schönen gemeinsamen Stunden bei den Plena, den Höcks oder der Nachhaltigkeitsparty.

Wie blickst du heute auf dein Engagement bei der tuuwi zurück?
Wow, sind da VIELE ehrenamtliche Stunden zusammengekommen 😀 Ich habe viel gelernt, von anderen und über mich selbst. Ich bin sehr dankbar ein Teil der tuuwi sein zu dürfen!

Was hast du in der tuuwi gelernt, was du noch heute anwendest?
Ich habe gelernt mit den unterschiedlichsten Charakteren umzugehen und Menschen unvoreingenommener gegenüberzutreten. Ich kann mich auch über kleine Erfolge freuen und strebe dennoch die höchsten Ziele an. Dabei bewahre ich Geduld und Zuversicht. Außerdem habe ich gelernt, lieber nicht zu viel Nachfragen und lieber machen und nicht jedes Nein ist kein Ja.

Welches Thema oder Projekt könnte die tuuwi mal angehen?
Das Recycling an der TUD sollte mal reformiert werden.

Florian Wendler

Aktive Zeit: 04/2019 bis 04/2022 (und hier und da bis heute anzutreffen)
Tätigkeit: Batteriespeicher-Startup TRICERA energy

Wie hast du zur tuuwi gefunden und warum bist du geblieben?
Mein erster Kontakt mit der tuuwi war über eine Umweltringvorlesung. Dazwischen lagen aber noch zwei weitere Jahre an der TUD und ein Auslandsjahr in Chile, in dem ich immer wieder mit dem Gedanken spielte und immer das Bedürfnis danach hatte mich einzubringen, aber es doch nie tat. Dass das Plenum sich am Dienstagabend immer mit dem Tischtenniskurs am USZ überschnitt, tat sicherlich seinen Teil dazu bei. Als das aber einmal ausfiel, nahm die Sache ihren Lauf… 🙂  Letztendlich hat dann ein Umweltfilmabend im KiK den finalen Anstoß gegeben, bei dem „Bikes vs. Cars“ lief. Dort hatte der damalige tuuwilino Dennis eine wirklich wunderbare tuuwi-Vorstellung gemacht und für eine damals täglich vom Albertplatz zur Uni stattfindende Critical Mass hingewiesen. Und ich dachte mir: Richtig stabile Sache.

Flo damals

Welche Erfahrung oder Aktion von deiner Zeit bei der tuuwi wird dir für immer in Erinnerung bleiben?Tatsächlich war mein erstes Plenum eine sehr prägende Erfahrung. Ich hatte durch die unzähligen Abkürzungen zwar nur die Hälfte verstanden, war aber einfach nur beeindruckt, was diese paar im ersten Moment manchmal etwas liebenswert verpeilt wirkenden Menschen so alles auf die Beine stellen. Verrückt. Ich kann mich sehr gut erinnern, dass ich im Wohlzimmer auf dem Sofa saß und mir gegenüber Tom und Jana das Plenum souverän durch den Wust an Themen moderierten, das ist mir definitiv hängen geblieben.

Wie blickst du heute auf dein Engagement bei der tuuwi zurück?
Sehr glücklich und tatsächlich auch ein wenig stolz, was wir in der Zeit dann alles zusammen gewuppt haben. Die Gründung der AG Mensa, die Initiative zum Green Office, die Neustrukturierung der Kommission Umwelt, die unzähligen Veranstaltungen & Kooperationen, …

Was hast du in der tuuwi gelernt, was du noch heute anwendest?
Wo soll ich anfangen? 😀 Definitiv die Nutzung von Pads, Gruppenorganisation (mit Hilfe von Telegram), Moderation und vor allem Diskussionskultur. Ich bin bisher bei eigentlich allen beruflichen Erfahrungen sehr überrascht gewesen, wie viel besser die tuuwi in sich strukturiert war und wie wegweisend die Kommunikation miteinander gewesen ist.

Welches Thema oder Projekt könnte die tuuwi mal angehen?
Ich fänd’s richtig cool, wenn die tuuwi Hochschultage für Ökosoziale Marktwirtschaft und Wachstum[skritik] organisieren würde. Das gab’s 2017 schon mal. Auch mit den Arbeitserfahrungen heute denke ich, dass große Fragen unserer Zeit wie Klima-, Demokratie- und sozialer Krise auf politischer und makroökonomischer Ebene beantwortet werden müssen und daher eine intensive Auseinandersetzung damit gerade an der Uni super wichtig wäre. Vielleicht ergibt sich ja mal was mit der kürzlich wiederentstandenen Hochschulgruppe Plurale Ökonomik oder anderen politischen Hochschulgruppen 🙂 Ich würde kommen!