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Braun statt Grün

Exzellenz hat ihren Preis – das hat die TU wieder einmal auf beeindruckende Weise zur Schau gestellt. So taugt die beliebte Erholungswiese hinter dem Hörsaalzentrum schon lange nicht mehr zum Entspannen während der Pause. Bei regelmäßig anfallenden Großevents wird dieser wichtige Erholungsraum der Studierenden langsam aber sicher in ein unwirtliches Stück Niemandsland verwandelt. Für die Anfahrschäden an den angrenzenden Pappeln, verursacht durch viel zu große Baustellenfahrzeuge, fühlt sich ebenfalls niemand verantwortlich. Da nutzt das nachträgliche Neubepflanzen von zerstörten Grünflächen nur wenig. Denn wo kein Wille, da ist auch kein Weg.

Werd ich zur grünen Wiese sagen:
Hier bleibe ich! Du bist so schön!
Dann kann ich unterm Lastkraftwagen
sie schon zugrunde gehen sehn.

 

Sommer im tuuwi Garten

Endlich Sommer im tuuwi Garten und es wächst und grünt, so dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinsehen soll.

Wenn ihr Lust habt, kommt gern für eine Pause vom Unialltag oder zum Lernen vorbei. Mit etwas Glück stehen auch ein paar Liegestühle zur freien Nutzung zur Verfügung. (Schaut mal in den Flur der Baracke.)

Wenn ihr mitgärtnern wollt, könnt ihr uns am besten dienstags 18.30 Uhr beim Plenum kennenlernen. Oder schreibt einfach an garten@tuuwi.de.

Zückt euren Kinokalender! – Take your calendar!

Was würdet ihr tun, wenn für euren Lebensunterhalt gesorgt wäre? Und was würde eure Nachbarin tun? Diesen Fragen wollen wir nächsten Montag, den 18. Juni bei unserem Filmabend nachgehen. Wir zeigen die Doku “Free Lunch Society”. Es geht 20 Uhr los – natürlich im Kino im Kasten (August-Bebel-Straße 20)

Thematisiert wird das bedingungslose Grundeinkommen. Vor wenigen Jahren galt es noch als Hirngespinst. Heute ist diese Utopie denkbarer denn je
– intensiv diskutiert in allen politischen und wissenschaftlichen Lagern. Free Lunch Society – Komm Komm Grundeinkommen vermittelt Hintergrundwissen zu dieser Idee und sucht nach Erklärungen. Möglichkeiten und Erfahrungen zu ihrer Umsetzung. Anschließend wollen wir mit euch darüber diskutieren. Auch, warum wir es vielleicht doch nicht wollen. Kritische Meinungen sind gern willkommen.

Wir zeigen den Film im englischen Original mit deutschen Untertiteln.

Der Eintritt ist wie immer frei!

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What would you do if your income were taken care of? And what would your neighbor do?

Next monday (18th April 2018) we want to watch with you the movie “Free Lunch Society” at Kino im Kasten (August-Bebel-Str. 20).

Just a few years ago, an unconditional basic income was considered a pipe dream. Today, this utopia is more imaginable than ever before – intense discussions are taking place in all political and scientific camps. FREE LUNCH SOCIETY provides background information about this idea and searches for explanations, possibilities and experiences regarding its implementation. After that we want to discuss it with you!

The movie screening will be in english with german subtitles.

Admission free as always!

Baumeinweihung des ersten Patenbaums auf dem Campus der TU Dresden

Nach langem Warten fand sie am 18. Mai 2018 endlich statt: Die Einweihung des ersten Patenbaums auf unserem Campus! Neben den Paten der ersten beiden Bäume, Rektor Prof. Müller-Steinhagen und Prof. Gumhold (Fakultät Informatik) waren ca. 50 Gäste vor Ort.

Einige Wortbeiträge zu Beginn

Der Rektor sprach über das Pflanzen von Bäumen, und dass dieser Baum mit etwas Glück einige Generationen überdauern werde. Er bedauerte die Notwendigkeit von Fällungen in den letzten Jahren, sprach sich aber auch dafür aus, dass in Zukunft auch durch die Baumpatenschaften, wieder mehr Grün auf dem Campus gepflanzt werden soll. Für ihn sei eine Baumpflanzung Sinnbild des Begriffs der “Nachhaltigkeit”. Die Freude über den gepflanzten Baum war ihm sichtlich anzumerken.

Nach diesem kurzen Beitrag kamen auch drei Vertreter der tuuwi zu Wort. Begonnen wurde mit einem Blick auf die Wurzeln der tuuwi, welche aus der Umweltbewegung der DDR hervorging. Zitate aus Hochschulzeitungen wie “Mit Blume im Haar und lockerer Kleidung” aber auch “Klischee-Ökos ade” sorgten für ein Lächeln in den Gesichtern. Vorgestellt wurden auch aktuelle Projekte der tuuwi, wie die regelmäßigen Umweltfilmabende im Kino im Kasten, der tuuwi-Garten, Papierpilz, die Bücherzelle und andere.

Photos:  Katrin Klunker, Dominik Pataky, Manuela Jacobs

Etwas ausführlicher wurde auf den Werdegang des Baumpatenschaftsprojektes eingegangen. Insbesondere auf die Tatsache, dass es wichtig ist, offensichtliche Probleme anzusprechen. Und es dadurch innerhalb der “Hochschulpolitik” zwischen dem Land Sachsen (SIB), der Univerwaltung und der tuuwi auch hin und wieder zu Reibungen kommen kann. Der Blick solle aber nun vor allem auf die Zukunft gerichtet werden. Denn die Bäume und Grünräume auf dem Campus sind wichtig als ökologische Nischen, und als ein Element, durch das Studierende und Forschende Abstand zu den alltäglichen Problemstellungen finden können. Dieser Abstand ermöglicht, das Gelernte zu reflektieren und neue Perpektiven einzunehmen. Und daher gelte es, diese Räume zu bewahren. Nicht ausschließlich, aber auch aus ökologischen Gründen.
Deutlich wird das Zusammenspiel von Natur und Wissenschaft dabei auch in einer Anekdote über Isaac Newton. So fing jener an darüber nachzudenken, warum ihm ein Apfel auf den Kopf fiel und entwickelte daraus die klassische newtonsche Mechanik, welche bis heute gültig ist. Ein Meilenstein in der Physik. Wo wären wir heute ohne diesen Apfelbaum!

Nach diesen Worten folgte das “feierliche” Angießen des Baumes und ein Auftritt der Singersongwriterin Ines Herrmann.

Gegen Ende der Einweihung war dann noch genügend Zeit, um mit Besucher*innen, Vertreter*innen der Univerwaltung und von Umweltverbänden, aber auch mit Vertreter*innen der umliegenden Fakultäten und des SIB ins Gespräch zu kommen. Bei Tee, Kaffee und Kuchen wurden weitere Pläne geschmiedet und darüber nachgedacht, was bisher erreicht wurde, aber auch, welche Herausforderungen noch warten. Es standen Informationen über vergangene Ereignisse im Bezug auf die Campusbäume bereit und es konnten Bäume anhand von Blättern und Ästen bestimmt werden. Auf einer Campuskarte wurden weitere Wünsche und Ideen für einen grünen Campus gesammelt. Als besondere Erinnerung nahm sich so mancher auch eine kleine Kastanie oder Ahorn aus dem “Baumkindergarten” mit nach Hause.

Ein großer Schritt nach vorn

Für uns als TU Umweltinitiative war die Einweihung ein großer Schritt nach vorn. Nach den zahlreichen Fällungen in der Vergangenheit ist damit ein erstes Zeichen gesetzt und wir hoffen, dass den ersten Bäumen noch viele weitere folgen werden. Wir freuen uns besonders, dass diese Haltung inzwischen auch zu einem breiteren Konsens geworden ist. Besonders danken wir den Unterstützer*innen, namentlich den ersten offiziellen Paten, Rektor Hans Müller-Steinhagen und Prof. Gumhold sowie den “Ausführenden”, der TUD Stiftung, dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement und dem Umweltmanagement der TUD.

Wir wissen aber auch, dass neben der Weiterentwicklung des Campus, Sanierungen und Bauvorhaben sowie anderen Nutzungsansprüchen an die Flächen auf dem Campus weiterhin die Gefahr besteht, dass die Grünräume und im besonderen die Campusbäume aus dem Blick geraten.  Daher werden wir auch in Zukunft ein offenes Auge auf unseren Campus werfen und Fällungen kritisch hinterfragen.

Interessierten, die gern eine Baumpatenschaft übernehmen möchten, stehen wir unter der Kontaktadresse baum@tuuwi.de gern zur Verfügung. Schon im Herbst soll es weitere Pflanzungen geben, worauf wir uns schon sehr freuen. Denn:

“Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.”
(A. Arakceev)

Seehunde schmelzen nicht – Unwissenswertes über den Klimawandel

von Dennis Biba

Am 12. April hielt der Klimatologe Prof. Dr. Werner Kirstein an der TU einen Vortrag mit dem Titel „Klimawandel – wird die Wissenschaft politisch beeinflusst?“. Darin sprach er einem menschlichen Einfluss auf das Klima seine Existenz ab. Wir waren am besagten Abend ebenfalls vor Ort und möchten nun zu Kirsteins Vortrag Stellung beziehen.

Der anthropogene Klimawandel sei nichts als eine Lüge, von unseriösen Klimawissenschaftlern in die Welt gesetzt, um die sogenannte „große Transformation“ voranzutreiben. Die Umsetzung dieses perfiden Plans verbinde dreierlei: Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Deindustrialisierung, oder auf lange Sicht: Die Rückkehr ins finstere Mittelalter. Über das Klima lassen sich allgemein keine klaren Aussagen machen. Und wenn doch, dann nur solche, die nicht wissenschaftlich belegt sind.

Eines müsse man gleich zu Beginn klarstellen – so der Klimatologe – Klima und Wetter seien zwei unterschiedliche Dinge, die man nicht miteinander verwechseln dürfe. Später führt er die 1 m hohe Schneedecke im Februar 2013 im Allgäu als Beweis auf, dass es gar keinen Klimawandel geben könne.

Und noch an manch anderer Stelle widersprach sich der Kritiker im Laufe des Abends  selbst. Dass die globale Durchschnittstemperatur weiter ansteigt, lässt sich auch den gezeigten Statistiken entnehmen. Dabei handele es sich jedoch nur um eine von vielen klimatischen Schwankungen der Erdgeschichte, erklärte Kirstein. Übrigens gebe es auch gar keinen kausalen Zusammenhang zwischen Kohlenstoffdioxid und dem Klima. Kurzfristige Korrelationen, sogenannte Scheinkorrelationen, suggerieren Kausalität, wo auf lange Sicht keine bestehe. An anderer Stelle behauptet Kirstein allerdings, es bestehe doch eine Kausalität, nur eben umgekehrt: Der Anstieg der Temperatur verursache durch Herauslösung aus den Meeren einen Anstieg von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre. Mit dem Kohlenstoffdioxid, das von den Menschen in die Luft gepustet wird, habe das nichts zu tun. Am Ende heißt es dann plötzlich, die Temperatur steige seit einigen Jahren überhaupt nicht mehr an. Offensichtlich hielt der Klimatologe es für überflüssig, sich für eine dieser Erklärungen zu entscheiden. Auch hatte er keine Scham, Irrtümer aus dem 19. Jahrhundert (die Rede war von einer gefrorenen Kohlenstoffdioxidschicht in der Atmosphäre) als Beweis dafür aufzuführen, dass alles, was danach gesagt wurde, ebenfalls falsch sein müsse.

Aber Kirstein ging noch einen Schritt weiter. Er glaubt zwar nicht an einen anthropogenen Klimawandel, hält diesen aber eigentlich für wünschenswert. Schließlich profitieren viele tropische Pflanzen von einer mit Kohlenstoffdioxid angereicherten Luft. Warum also nicht der Abholzung der Regenwälder mit einer Erhöhung des Kohlenstoffdioxidausstoßes entgegenwirken? Darauf hätten wir aber auch früher kommen können!

Die Spitze seines argumentativen Eisbergs sparte er sich aber für den Schluss auf. Und wie schon die Wahl der Metapher nahelegt, liegt ein Großteil davon auf unterseeischem Niveau. Greenpeace habe der Welt ins Gesicht gelogen. Eisbären seien nicht von der Eisschmelze bedroht, aus einem so einfachen wie genialen Grund: Sie fressen gar kein Eis, sondern Seehunde. Damit sollte endgültig bewiesen sein, dass wir alle einem großen Trugschluss auf den Leim gegangen sind. Es ist davon auszugehen, dass auch bei deutlich höheren Temperaturen die Seehunde nicht zu schmelzen beginnen werden.

Überhaupt sei alles, was in den Medien zum Klimawandel gesagt wird, gelogen. Kirstein stützte sich dabei auf Zitate von Ulrich Teusch, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer. Aber Moment: Keine dieser drei Personen bezog sich dabei auf den Klimawandel. Während Teusch in seinem Buch „Lückenpresse“ wesentliche Aspekte der Krise des Journalismus herausarbeitet, kritisieren die letzteren beiden vor allem die unausgewogene Kriegsberichterstattung. Der Klimawandel ist dabei gar kein Thema. Im Gegenteil, böse Zungen könnten sogar einwenden, dass gerade die Marginalisierung dieses Themas ein Indiz für die Einseitigkeit mancher Medien ist.

Also mal ernsthaft. Gerade bei gesellschaftlich derart relevanten Themen wie dem Klimawandel ist eine gesunde Skepsis natürlich nicht nur erwünscht, sondern sogar notwendig. Wer diese Skepsis aber als Feigenblatt nutzt, um polemisch zu werden, hat das Konzept der Meinungsfreiheit ganz offensichtlich nicht verstanden. Das Leugnen von wissenschaftlich bewiesenen Fakten und eine Gegenüberstellung mit in sich widersprüchlichen Scheinargumenten kann dabei nicht zielführend sein. Warum wird eine derartige Veranstaltung an der TU von höherer Stelle nicht kommentiert? Unsere Universität beherbergt genug Expertinnen und Experten in Umweltfragen, um sich kritisch mit Personen wie Kirstein auseinanderzusetzen – doch diese wurden (ebenso wie die tuuwi) nicht informiert. Wir denken, dass unsere Exzellenzuniversität auch abseits medienwirksamer Großveranstaltungen ein Mindestmaß an (umwelt)politischem Interesse zeigen sollte.

Zum Weiterlesen:

Gemeinsame Moorexkursion mit der tuuwi

Wir wollen mit euch raus in die Natur. Rein in die Magie des fleischfressenden Sonnentaus und des kuschligen Wollgrass. Zusammen mit euch wollen wir am Sonntag, den 27. Mai das Dresdner Saugartenmoor in der Heide besuchen. Wir treffen uns 14 Uhr an der Heidemühle (Radeberger Landstraße 100) für die drei bis vierstündige Wanderung. Ihr kommt am Besten mit dem Rad (Halbe Stunde vom Albertplatz) oder mit der Buslinie 305.

Wir freuen uns auf euch!