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Podcast: Jens Hausner zum Leben am Tagebau – Widerstand und Perspektiven in Pödelwitz

Trailer

Interview

Fragerunde

Jens Hausner lebt in Pödelwitz – einem Ort, der seit vielen Jahren auf der Liste der noch abzubaggernden Orte steht. Die meisten von den ehemals 150 Menschen haben den Kampf um den Ort bereits aufgegeben.

Aber 30 leben noch direkt an der Abbruchkante und versuchen darauf aufmerksam zu machen, dass mit dem Abbaggern das Zuhause von vielen Menschen und ein 700 Jahre altes Dorf mit einer fast ebenso alten Kirche verschwinden würden.

Seit 2018 wird von einigen verbliebenen Einwohnern/innen und Menschen der Klimabewegung das “Klimacamp im Leipziger Land” organisiert. Es treffen sich über 1000 Interessierte, Engagierte und Aktivistis, um darüber nachzudenken, wie eine Welt ohne Tagebaue und ohne Kohle aussehen könnte.

Gemeinsam mit Jens Hausner, Sprecher der Bürgerinitiative “Pro Pödelwitz“, blicken wir auf die vergangenen Jahre. Was hat der Widerstand verändert? Wie lebt es sich in einem Dorf, wo die meisten Menschen nicht mehr da sind? Welche Perspektiven ergeben sich für die Zukunft? Und welche Formen von Protest können etwas verändern?”

Am 7.11. 14 Uhr das Wohlzimmer mitten auf dem Campus kennenlernen!

WOHLIG, WARM, AN WOLKIGEN UNI-TAGEN
WOLLEN WIR WUNDERBAREN KUCHEN NASCHEN,
WINZIGE SCHLÜCKE TEE SCHLÜRFEN
WETTERFEST DEN ALLTAG VERBRINGEN

GEMEINSAM MIT EUCH IM WOHLZIMMER !

SCHAU VORBEI UND MACH EINE PAUSE,
AM 7.NOVEMBER ZWISCHEN 14 BIS 17 UHR!
TRINK GEMÜTLICH EINEN KAFFEE ODER TEE UND LERN DAS WOHLZIMMER IN DER STURABARACKE KENNEN!
ES GIBT KUCHEN!

SECHS TIPPS FÜR EINEN NACHHALTIGEN START INS NEUE SEMESTER

Grün sein ist Trend, zumindest auf den Straßen. Die FridaysforFuture-Bewegung hat in den letzten Monaten Millionen mobilisiert und politisiert. Das ist wunderbar, unverkennbar und absolut notwendig in unserer misslichen Lage. Nichtsdestotrotz sollten wir Nachhaltigkeit auch in unseren Alltag mitnehmen, insbesondere weil die Politik nicht der Überzeugung ist, wirkliche Maßnahmen zu ergreifen.

Und ich weiß, oft ist das leichter gesagt, als getan.
Wie oft haben wir uns vorgenommen, alles besser zu machen, wenn wir dann erstmal allein wohnen? Keine Plastikflaschen und schon gar kein Einweg-Kaffeebecher, aber die Plastikflaschen waren doch so viel günstiger und nach vier Doppelstunden muss sich doch mit irgendetwas wach gehalten werden.
Ich kenne diese Gedanken nur allzu gut, aber deshalb sollten wir nicht anfangen stehen zu bleiben. Ganz oft sind es einfach ein bisschen Routine und ein paar gute Tipps.
Und zumindest für Letzteres kann ich Abhilfe schaffen und da wir Listen ja alle so lieben nun sechs Dinge, um euren Alltag nachhaltiger, günstiger und befriedigender zu gestalten! 🙂

1. Wer baut den höchsten Papierturm?
Fangen wir mit etwas Einfachen an, denn es geht darum schlichtweg etwas nicht zu machen. Das kann der Prototyp eines Studierenden noch eigentlich ganz gut, oder? Es geht ums Ausdrucken: Ständig müssen irgendwelche Formulare, Skripte oder sonstiger Papierkram schwarz auf weiß vor uns liegen. Aber sind wir mal ehrlich, wer liest sich das bitte alles durch?
Stattdessen lässt sich vieles auch digital abhandeln. Und das von Fahrkarten, über Vorlesungsskript, bis zu Stichpunktzetteln eines Referats.
Und sollte das für euch doch nicht funktionieren, dann probiert zumindest mal mehrere Seiten auf ein Blatt Papier zu drucken, insbesondere bei Professor*innen, die ihre Präsentationen vorher zur Verfügung stellen, bietet sich das an.
Denkt auch immer daran, dass ein Blatt zwei Seiten hat, die beide beschrieben bzw. bedruckt werden wollen. Apropos Rückseiten… habt ihr schon mal vom Papierpilz der TUUWI gehört? Dort gibt es kostenlose Blöcke (Stichwort: günstiger) aus einseitig bedruckten Papier, schaut dafür mal in der Stura-Baracke vorm TUUWI-Büro vorbei;)


So der letzte Punkt zum Thema Papier adressiert euren Briefkasten: Braucht ihr die wirklich jede Woche die Samstags-Super-Knüller-Preise? Nein, dann klebt einen kleinen TUUWI-Sticker mit „Bitte keine Werbung“ an euren Briefkasten und spart 30 kg Papier im Jahr. Auch die findet Ihr vorm TUUWI-Büro in der StuRa-Baracke.

2. Der Weg ist das (ökologische) Ziel
Mit der 61 zu fahren, gleicht seitens seines Undurchdringbarkeitsgrades nicht selten einem Club bei Vollbetrieb. Das ist zwar ökologisch sehr sinnvoll, aber sind wir ehrlich, Spaß macht’s nicht. Deshalb mein heißer Tipp: Schnappt euer Fahrrad und probiert es mal damit. Eure Öko-Bilanz steigt weiter in die Höhe und mehr Luft bekommt ihr auch – soviel sei gesagt. Wenn ihr das Ganze erstmal ausprobieren wollt oder euch spontan dazu entschließt, Fahrrad zu fahren, schaut euch mal die nextBike-Räder an. Mit eurem zih-Login, könnt ihr da eine Stunde kostenlos fahren. Sonst gibt es natürlich bei Ebay-Kleinanzeigen und dem Trödelmarkt immer ein paar Zweiräder ziemlich günstig zum Verkauf.
Denkt bei längeren Strecken innerhalb Sachsens immer daran, dass euer Semesterticket für ganz Sachsen gilt und wenn ihr darüber hinaus wollt hat der StuRa ein paar nützliche Tipps parat.

3. Selbstgemacht, leicht gemacht
Macht eure Mama auch immer selbstgemachten Apfelmus und erzählt euer Opa auch jedes Jahr wieder vom eingeweckten Obst, dass er früher aus dem Keller genascht hat? Eins ist klar, Selbstgemachtes rockt und wenn ihr Obst und Gemüse von umliegenden Streuobstwiesen nutzt, geht ihr nicht nur lange Transportwege, sondern auch gegen Lebensmittelverschwendung vor! Aber ist neben der Uni denn wirklich Zeit dafür? Und wo bekomme ich Obst und Gemüse ohne Garten schon her?
Hier mein kleiner Leitfaden:
1. Gläser sammeln…macht euch ein Regal, in das alle leeren Marmeladen-, Gurken- und Apfelmusgläser kommen – das spart Geld für teure Einweck-Gläser.
2. Streuobstwiesen suchen…gerade wenn ihr keinen Garten in der Nähe habt, sind Streuobstwiesen euer bester Freund. Unter diesem Link findet ihr für Dresden gute Anlaufpunkte und gerade lassen sich v. a. Äpfel noch super ernten…und für nächstes Jahr könnt ihr euch vielleicht sogar ein paar Ideen zum Bepflanzen eures Balkons oder Fensterbretts notieren.
3. Google…oder besser Ecosia an und ein gutes Rezept herausgesucht und das nächste Mitbringsel für die Fahrt in die Heimat ist gesichert 
Übrigens solltet ihr kein Obst/Gemüse mehr finden, auch Drogerieprodukte lassen sich aus Natron, Soda, Essig, Kernseife, Zitronensäure und ätherischen Ölen super selbst herstellen und das dank dieser simplen Zutaten ganz ohne Mikroplastik. 🙂

4. So gut wie neu
Die beste Variante, um Geld zu sparen und gleichzeitig ökologisch zu sein, besteht darin, Dinge nicht immer gleich neu zu kaufen. Neben Ebay-Kleinanzeigen oder Kleiderkreisel habt ihr in Dresden auch eine riesige Auswahl an Second-Hand-Läden, Trödelmärkten und Ähnlichen. Klickt euch dafür einfach mal in den nachhaltigen Stadtplan Quergedacht.

5. Das leidige Thema Essen
Dass Fleisch nicht gerade zu einer guten Öko-Bilanz führt und das eine dreifach eingepackte Gurke nicht zum Ende der Plastikverschmutzung beiträgt, brauche ich keinem mehr erzählen. Und dennoch ist es nicht so leicht, eine ökologische Ernährung zu gewährleisten, vor allem, wenn mensch nicht nur für sich allein verantwortlich ist und sein Geld auch noch für andere Dinge als Essen ausgeben will.
Aber ein paar Tipps gebe ich euch trotzdem: Zum einen könnt ihr als Lebensmittelretter*innen auftreten, dafür bietet die Tafel Dresden jeden Montag, Donnerstag und Freitag eine Spätausgabe für Studierende. Und anstatt beim Pizzalieferservice zu bestellen, könnt ihr euch die App „TooGoodToGo“ runterladen und übrig gebliebenes Essen von Restaurants aus eurer Umgebung kostengünstig erstehen. Übrigens gibt es auch in der Uni einen Retter-/Foodsharing-Kühlschrank, dafür müsst ihr nur mal im Wohlzimmer (Stura-Baracke) vorbei schauen:)
Wie wäre es zudem sich jede Woche ein kleine Challenge auszudenken? Die erste Woche im Monat kein Fleisch, die zweite Woche im Monat ein Marktbesuch usw.. Wenn ihr die bunte Vielfalt an Märkten und Bio-Läden in Dresden entdecken wollt, dann klickt euch einfach nochmal in den nachhaltigen Stadtplan Quergedacht, auch die sind hier zu finden.
Solltet ihr doch auf der Suche nach einer größeren Herausforderung sein, dann beschäftigt euch mit der solidarischen Landwirtschaft. Dort bekommt ihr Erzeugnisse tatsächlich direkt vom Bauer um die Ecke, unterstützt die regionale Landwirtschaft und seid Teil eines fast schon alternativen Wirtschaftssystems. Weiterhin bietet Anima e.V. (Dresdner Verein für Tierschutz und Aufklärungsarbeit) mit 1-2-vegan ein kostenloses Buddy-Programm an. Dabei hilft euch euer Buddy beim Umstieg auf eine (überwiegend) pflanzliche Ernährung und zeigt, dass diese gesund, lecker und entgegen der verbreiteten Meinung auch echt günstig sein kann.

6. Informieren
Fast habt ihr es geschafft, doch bevor ihr wegklickt und das ein oder andere in die Tat umsetzt, noch eines: Hört nicht auf euch zu informieren!
Das alles waren nur Schlaglichter und grobe Skizzen, wenn ihr euch mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen wollt, dann lest Bücher, geht zu Vorträgen und tauscht euch aus.

Auch dafür noch zwei Tipps: Zum einen organisieren wir als TUUWI jedes Jahr Umweltringvorlesungen, bei denen ihr von Wissenschaftler*innnen und Akteur*innen aus ganz Deutschland mehr über Klimawandel, die Gesellschaft von morgen und noch vieles mehr erfahrt. Da kann man sich übrigens auch was im Ergänzungsbereich anrechnen lassen;)
Zum anderen gestalte ich selbst einen Workshop, der sich vom 25. – 27.10. nochmal genau und ein bisschen intensiver mit Thema „Nachhaltigkeit im Alltag“ beschäftigt. Aber beeilt euch, die Anmeldefrist ist am 15.10.!

Und jetzt ran an die Arbeit, eine kleine Sache ist bei euch nächste Woche ökologischer als heute, das als kleine Abschlussaufgabe 🙂

 

Text und Bilder von Jessica Flecks

 

Bericht Tuuwi-30-Jahre-Feier – Alt ist man erst, wenn man aufhört zu träumen!

Liebe Tuuwi,

Du bist zwar jetzt schon 30 Jahre alt, aber keine Sorge, geistig bist du immernoch wie Mitte zwanzig. Nur weil da vorne jetzt eine Drei steht, heißt das nicht, dass du endgültig erwachsen bist und dich bequemlich und behäbig mit erwachsenen, genauso bequemlichen Freunden und null Träumen von Veränderung in deine Reihenhaushälfte samt Hund und Diesel-Neuwagen zurückziehen musst. Im Gegenteil! Erstaunlicherweise sind es doch noch immer vor allem Anfang- bis Mittezwanzigjährige (man munkelt es handelt sich um Studenten), die gerne mit dir abhängen wollen. Von dir aus können es auch Hausmeister, Professoren oder Kinder sein, so offen wie du bist! Offenheit und Drang zu Veränderung, das sind die Eigenschaften, die ich immer schon an dir geschätzt habe.

Ich hoffe du hattest eine super Geburtstagsfeier vor gut einem Monat, die Leute hatten ja so Bock auf Party, dass daraus gleich eine ganze Woche wurde. Deine Freunde hatten sich ordentlich was einfallen lassen. Essen gab es immer reichlich, dafür hat die Küfa gesorgt, aber auch an Pflanzen mangelte es nicht. Die entsprechende Tauschbörse hat sehr guten Anklang bei einigen Geburtstagsgästen gefunden. Diese Börse fand wie viele andere Veranstaltungen auf einer Wiese neben dem Institut für Hochspannungstechnik auf dem TUD-Gelände statt.

Das Programm war sehr abwechslungsreich und reichte von intimen Konzerten von Singer-Songwritern bis zum Umweltfilmabend, welcher kurzerhand auf die Wiese verlegt wurde. Viele Gäste interessierte auch der informative Vortrag zur Lebensmittelverschwendung am Dies academicus, der Andrang war so bemerkenswert, dass er auf der offiziellen Universitätsseite Erwähnung fand. Feucht-fröhlich wurde es dann am Freitagabend, an welchem der Ausschank von Bio-Gerstensaft und Co das Wohl und die Stimmung der Gäste bereicherte.

Dies erschwerte zwar wiederum das Fitness-Level einiger Teilnehmer der anstehenden Wanderung am folgenden (Sams-)Tag in der Dresdner Heide, doch auch diese war definitiv ein Highlight der erlebnisreichen Woche. Unter den vielen Gästen ließen sich auch der BUND, Greenpeace und die Tafel blicken, was uns alle sehr freute.

Resümierend war die Festwoche ein voller Erfolg, der insbesondere deinen engsten Freunden sehr viel Spaß bereitete und sie in den wenigen Tagen enger zusammengeschweißt hat. Dies wäre alles ohne monatelange Vorbereitung nicht möglich gewesen, daher ein großes Dankeschön an dieser Stelle an alle Helfer und Helferinnen, an die Hauptorganisatoren der AG Festwoche, an alle Vortragsreferenten, Musiker, Partnerorganisationen und natürlich an alle Gäste, denn – was wäre eine Feier ohne Gäste? In diesem Sinne: Auf die nächsten 30 Jahre, liebe Tuuwi!

Letzte Pendler-Critical Mass mit Frühstück

Die Critical Mass “GemeinsamStattEinsam” will mit euch die letzte Pendler-CM in diesem Semester und euer fleißiges Mitradeln feiern – mit  dem nötigsten überhaupt, dem Frühstück!

Also kommt gern diesen Donnerstag (11.07.) schon hungrig ab 8 Uhr zum  Jorge-Gomondai-Platz (Dresdner Neustadt). Bringt auch gern noch etwas essbares mit – mit Kuchen allein kommt die Verkehrswende nicht so weit.  Danach startet eine große Critical Mass mit mehr als 16 Stück Kuchen um 8.50 Uhr in Richtung Uni – zeigt nochmal allen: Wir haben keinen Bock  auf Autolärm, Feinstaub, Flächenungerechtigkeit, Klimawandel. Steigt aufs Rad und fahrt gemeinsam – statt einsam! Nach dem Semester geht es dann wieder weiter mit der Pendler-CM von der Neustadt in Richtung Uni.

Text: Louisa Zenker

Dresdner*innen gestalten heute ihre Stadt von morgen

Eine Woche lang eine autofreie Neustadt, essbare Pflanzen für alle in ganz Dresden, ein Restaurant, in dem aus weggeworfenen Lebensmitteln leckere Gerichte gezaubert werden. Klingt nach spielerischen Träumen? Klappt ja eh nicht? In Dresden werden sie Wirklichkeit. Im Rahmen des bundesweiten Städtewettbewerbs „Zukunftsstadt“ entwarfen zahlreiche Dresdner*innen Visionen für eine nachhaltige Stadtentwicklung – sozial gerecht, ökologisch vertretbar und unter Einbezug der UN-Nachhaltigkeitsziele. Seit 2015 tüftelten sie in drei Phasen an ihren Ideen, entwickelten Konzepte und eine konkrete Umsetzung im “Reallabor”. Heraus kamen dabei acht Projekte, mit denen die Stadt Dresden den Wettbewerb zusammen mit sieben weiteren Städten gewonnen hat. Fünf der spannenden Bürger*innen-Projekte haben sich bei uns im Rahmen eines City Cafés der Umweltringvorlesung Über Leben im Zukunfts(t)raum Stadt. am Montag genauer vorgestellt.

Alle Dresdner Gewinnerprojekte des Wettbewerbes im Überblick.

Da war Peter, der mindestens zwei größere Flächen im öffentlichen Raum sucht, um Beete für Obst und Gemüse anzulegen. Auf einem Stadtplan zeigte er potenzielle Gebiete dafür. „Essbares Stadtgründ – bürgerschaftliche gepflegt“ lautet der Projektname dafür.
Jaqueline stellte die Idee einer autofreien Neustadt für eine Woche im Jahr 2020 vor. Für eine Woche hat der motorisierte Individualverkehr woanders zu parken. Auf den Straßen sollen Kinder spielen, Nachbar*innen frühstücken, Bands spielen, Menschen auf einer Bank die Ruhe genießen. Eine zweite BRN wollen sie damit nicht erreichen, sondern die autofreien Straßen zum Alltag werden lassen. Natürlich bleibt der Zugang für Lieferfahrzeuge, Krankentransporte und ähnliches erhalten.
An einem anderen Tisch zeigte Maria Fotos von dem Projekt „Zur Tonne“. Rund ein Drittel aller Lebensmittel werden weltweit weggeworfen. Auch die Dresdner Tafel muss tonnenweise Lebensmittel wegwerfen, weil zu viel von den Supermärkten aussortiert wird. Dagegen will die Projektgruppe etwas tun. Momentan kochen sie aus den Lebensmitteln der Tafel für verschiedene Veranstaltungen. Die Vision ist es, ein Containerrestaurant im Neustädter Tafelladen zu eröffenen und jeden Abend zu kochen, damit auch Leute mit sehr geringen finanziellen Mitteln gutes und leckeres Essen genießen können.

Sigrid vom Projekt „Lebensraum Schule gemeinsam gestalten“ erklärt, wie der Schulraum von allen Beteiligten gemeinsam, kreativ und individuell gestaltet werden kann.

Matthias setzt an einer ganz anderen Stelle an. Er ist Teil des Projekts „Stadtteilfonds und -beiräte für nachhaltige und aktive Nachbarschaften“. Sie wollen eine weitere Ebene der Partizipation in der Johannstadt und in Pieschen einführen – die Stadtteilbeiräte. Diese stehen unterhalb der Stadtbezirksräte und werden demokratisch gewählt. Die Wahl läuft dabei jedoch ein bisschen anders ab: Zusammengesetzt wird der Beirat aus 10 Bürgervertreter*innen sowie 10 Vertreter*innen wichtiger Einrichtungen, die viermal jährlich gemeinsam über aktuelle Themen der
Stadtteilentwicklung beraten. Bei den Bürgervertreter*innen müssen jeweils eine Person über 60 Jahre alt sein, eine Person mit Migrationshintergrund, eine Person mit Behinderung, ein*e Ladenbesitzer*in, ein*e Freiberufler*in, eine jugendliche Person und noch zwei nicht näher spezifizierte Personen dabei sein. 2 Euro pro Einwohner*in hat dieser Stadtteilbeirat für Projekte zur Verfügung.
Sigrid stellte die Idee des Projekts „Lebensraum Schule gemeinsam gestalten“ vor. Gemeinschaftlich verwandeln Schulkinder, Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und engagierte Bürger*innen das Außengelände einer Schule. Dabei lernen sie direkt und unmittelbar, wie demokratische Teilhabe funktioniert So wird die Betonwüste einer staatlichen Grundschule in einen lebendigen, kreativen, erholsamen Raum für alle verwandelt.

Aber wie soll das alles umgesetzt werden und wer finanziert das eigentlich? Die Umsetzung der Modellprojekte erfolgt mit Hilfe der Stadtverwaltung, der Forschung, verschiedener Interessenverbände und vor allem durch engagierte Bürger*innen selbst. Und gefördert werden diese Projekte durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Insgesamt stehen den Projekten über eine Million Euro zur Verfügung. Dass das alles beim zweiten Blick doch nicht so rosig scheint, erklärt Norbert Rost, freier Mitarbeiter des Zukunftsstadtprojektes. Da gab es immer wieder Schwierigkeiten mit langsamen Verwaltungsabläufen, ungeklärten Zuständigkeitsbereichen in den Institutionen, dem intensiven Zeiteinsatz der engagierten Bürger*innen, die nun schon seit drei an der Umsetzung ihrer Visionen ehrenamtlich sitzen oder Wissenlücken zwischen Forschung und Praxis.
Doch trotzdem sind die Projekte voller Motivation und setzen ihre Visionen in die Tat um. Dafür brauchen sie immer wieder Hilfe und weitere engagierte Teilnehmer*innen. Vielleicht wird eines der Projekte ja in eurer Nachbarschaft umgesetzt!

Die genaue Beschreibung aller Projekte sowie Kontaktlisten finden sich auf dieser Webseite:
Zukunftsstadt Dresden

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Text: Luisa Zenker und Theresa Zakrzewski
Bilder: Luisa Zenker