Winterschlussvertausch 11.1.2017

  • Mittwoch, 11. Januar 2017
  • 17.00 bis 20.00 Uhr
  • HSZ
Was ist das?

Ein Tausch- und Verschenkmarkt. 100% kostenlos aber garantiert nicht umsonst.

Warum ein WSV?

Wer kennt es nicht: zu viel Zeug, das ungenutzt in irgendwelchen Ecken steht, weil man denkt, irgendwann könnte ich das ja noch mal gebrauchen. Andererseits kauft man sich immer neuen Kram – Dinge, die vielleicht bei anderen in der Ecke stehen. Es werden immer neue Sachen – unnötigerweise – produziert und transportiert, oft unter umweltschädlichen und menschenverachtenden Bedingungen. Beim WSV finden Gegenstände neue Besitzer*innen.

Damit ist die Welt zwar noch nicht gerettet, aber sowohl Glühwein und Kinderpunsch als auch gesellschaftspolitisch und umweltschützerisch engagierte Menschen sind anwesend – dem Schmieden neuer Pläne für eine bessere Welt steht also nichts im Wege!

Wie läuft das Tauschen ab?

Jede*r darf Gegenstände mitbringen und (davon unabhängig) Gegenstände mitnehmen. Ein Eins-zu-eins-Tausch ist nicht notwendig (das macht sich erfahrungsgemäß ganz gut). Es gibt Tische und Kleiderständer, auf denen die Schätze ausgebreitet werden können.

Verschiedene Dresdener Initiativen stellen sich vor. Im Erdgeschoss des HSZ werden ab 18:30 Uhr Kurzfilme gezeigt. Außerdem gibt es Snacks und Getränke.

Was darf nicht getauscht werden?

Lebensmittel, die nur mit Kühlung haltbar sind, Unterwäsche, Alkohol, Tiere, Dinge mit menschenverachtendem Inhalt, ja, im Ernst.

 

Umweltschutz? WTF?

Endlich Ferien und endlich etwas Zeit dafür, um darüber nachzudenken, was wir hier eigentlich so tun und wohin das alles führen soll.

Als Ausgangspunkt soll ein Photo stehen, welches während der Apollo 8 Mission im Jahr 1968 entstand.

NASA: Earthrise

Ein Photo, welches für sehr viele Menschen der Beginn war, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. „Earthrise“ war deshalb so wichtig, weil kein Mensch zuvor die Möglichkeit hatte, von einem anderen Himmelskörper aus auf unsere Erde zu schauen. Es gab einfach keine Bilder, welche die Erde so zeigten, wie sie da inmitten des Nichts, ihre Bahn um die Sonne drehte.

Noch nie zuvor konnte ein Mensch einen Daumen in die Luft strecken und die Erde dahinter einfach verschwinden lassen. Und noch nie zuvor konnte man so einfach verstehen, wie auf dieser kleinen blauen Kugel alles mit allem zusammenhängen musste. Liest man Interviews mit Menschen, die einmal im All waren, begegnet man dieser Einsicht immer wieder.

Die Erde hat einen Durchmesser von 12.700 Kilometern. Die im Vergleich sehr dünne Atmosphäre, welche nur innerhalb der unteren 10 Kilometer eine nennenswerte Dichte hat und damit atembar ist, bewegt und durchmischt sich ständig. Und diese dünne Luftschicht atmen alle 7 Milliarden Menschen. Jeder einzelne. Jeden Tag.

So ist vielleicht gerade jetzt eine Mine in China damit beschäftigt, Rohstoffe für unser neues Handy oder Notebook zu fördern. Damit verbunden gelangen jede Menge Schwermetalle, Säuren und Schadstoffe in unsere Luft, in Flüsse und Meere. Und das nicht nur irgendwo in China. Denn da alles mit allem zusammenhängt, auch direkt bei uns zu Hause. Wir atmen diese Luft ein, wenn wir morgens aufstehen und abends ins Bett gehen.

Es geht gar nicht darum eine vermeintlich „perfekte Welt“ zu bauen. Oder die Aussichtslosigkeit der Lage zu beklagen. Es geht vielmehr darum, endlich einmal die Perspektive zu ändern. Genauso, wie die Generation vor uns, die diesen kleinen blauen Planeten das erste Mal so sehen konnte, wie er wirklich ist und angefangen hat einen ersten Schritt zu gehen.

Es geht darum, unsere Umwelt weniger zu verschmutzen, weniger zu konsumieren und nach Wegen zu suchen, wie wir uns weiterentwickeln können, ohne das zu zerstören was uns umgibt.

Diese Zukunft könnte viel lebenswerter sein. Vielleicht hätte sie auch mehr mit Menschen und weniger mit Produkten zu tun. Mehr mit dem Sein, weniger mit dem Haben. Mehr mit den Dingen, die kein Geld kosten, sondern „einfach so“ da sind.

Und das wäre doch schon mal ein Anfang.

 

… weitere Impulse

Harald Welzer – Über die Grenzen des Wachstums

Bericht über die Besetzung des Tagebaus Welzow-Süd im Mai 2016

Doku über die erfolgreiche Besetzung der Brent Spar, einer riesigen Öltankplattform in der Nordsee

Abholzung auf dem Campus

Wenn man derzeit über den Campus geht, fällt der Blick auf sich ständig vermehrende Baumstümpfe. Daneben liegen meist die Reste dessen, was mal ein Baum war.

Schon vor einigen Monaten fielen zwischen Willersbau und Zelleschem Weg vier Bäume, mit einem Stammdurchmesser von mehr als einem halben Meter. In den letzten Wochen kamen noch einige Bäume im Gebiet um die Stura Baracke, vor der alten Mensa und auf der großen Wiese am Willersbau dazu. Bis jetzt haben wir 18 Bäume gezählt, die zum großen Teil beachtliche Stammdurchmesser besaßen und prägend für die Orte waren, an denen sie standen.

Für gute Lehre und Forschung sind nicht nur Gebäude, sondern auch Freiräume wichtig. Ob es der Baum ist, in dessen Schatten man sich an einem Sommertag legt, um zu lernen oder zu entspannen. Oder als ein grüner Farbtupfer in dem Meer an grauen Gebäuden, wenn man über den Campus läuft. Außerdem verändern sie das Klima und sorgen so dafür, dass es an heißen Sommertagen nicht zu heiß wird.

Bäume stehen nicht einfach nur in der Gegend herum, weil da gerade noch Platz war, sondern sind wichtig für uns und unsere Umwelt!

Wir kritisieren nicht, dass es sinnvolle Verkehrssicherungsmaßnahmen geben muss, bei denen umsturzgefährdete Bäume gefällt werden müssen. Wir kritisieren dagegen, dass es in diesem Herbst gehäuft Fällungen gibt, die zum Teil mehr als fragwürdig sind.

Es kann kaum sein, dass eine so hohe Zahl von Bäumen in den letzten Jahren noch als sicher gegolten hat, sie es nun aber auf einmal nicht mehr sind.

Daher bitten wir euch um Hilfe! Wenn ihr einen Baum seht, der vielleicht schon gefällt oder markiert ist, um noch gefällt zu werden, schickt uns ein Photo oder eine Nachricht!

Wir bleiben an diesem Thema dran und halten euch auf dem Laufenden!