Immer Mittwochs

16:40 – 18:10 Uhr  (6. DS)

Andreas-Schubert-Bau (ASB)/ Raum 028

Beginn 09.04.2014

Wer im Treibhaus sitzt, sollte nicht mit Kohle werfen!

Ringvorlesung zur Energiewende

Organisatoren: Fridolin Pflüger, Anja Klotzbücher

Kontakt: energie@tuuwi.de

Credits:
1 Creditpoint (Teilnahmenachweis) bzw. 2 CP (Leistungsnachweis) bei Bestehen der Klausur, benotete Klausur möglich

Einschreibung: ab Mitte März über OPAL (Katalog → TU Dresden → weitere Kurse → Umweltringvorlesung „Energiewende“)

oder als Nicht-TU-Student_in einfach ohne Einschreibung vorbeikommen 🙂

 

Spätestens seit Fukushima in aller Munde: DIE ENERGIEWENDE! Neben der stetigen Gefahr von Umweltkatastrophen ist auch die Knappheit natürlicher Ressourcen eine Herausforderung, die mit der konventionellen Energiegewinnung und -verarbeitung einhergeht. Zunächst von viel zu vielen als nicht dramatisch erachtet, stellt uns das Problem der zur Neige gehenden Ressourcen einer-, und das des weltweit steigenden Energiebedarfs andererseits mittlerweile vor eine Vielzahl gesellschaftlich und ökologisch äußerst relevanter Problematiken.

Fossile und atomare Energie hat uns unseren Wohlstand ermöglicht, aber diese Entwicklung gleichermaßen auf Kosten unseres Klimas und unserer Umwelt erzielt. Nun stehen wir vor der Aufgabe, auf nationaler und globaler Ebene einen Wandel zu erwirken. Dieser wird in der Ringvorlesung vor allem am Beispiel von Deutschland aus technischer, politischer und ökonomischer Perspektive beleuchtet. Des Weiteren werden die sozialen Veränderungsprozesse analysiert, die rechtlichen Grundlagen einer Energiewende besprochen und auch praktische Ansatzpunkte aufgezeigt. Denn die Ausgangspunkte dieses Wandels sind vielseitiger Natur: Er kann nicht allein durch den Wechsel der Energieträger bewirkt werden, sondern lebt auch von einem Umdenken im Umgang mit Energie.

Wir freuen uns, wenn ihr vorbeischaut! — für alle ist der Eintritt frei!

 

Wo?

Andres-Schubert-Bau der TU-Dresden

Zellescher Weg 19

01069 Dresden

Raum 028

09.04.2014 Grundlagen einer Energiewende – und wie es um sie steht

Dipl.-Math. Susanne Koschke,

TU Dresden

Das Thema Energiewende ist in aller Munde. Doch bevor ausgewählte Themen isoliert betrachtet werden, wird die Energiewende in das große Ganze eingeordnet. Dazu wollen wir folgende Themen anschneiden und miteinander in Beziehung setzen: den Ursprung der Probleme, die Entwicklung der Umweltbewegung, nationale und internationale Lösungsstrategien und deren Wirksamkeit. Ziel ist es die verschiedenen Zusammenhänge rund um die Energiewende in Deutschland zu verstehen.
16.04.2014 Deutschland ist erneuerbar? — Perspektiven 2050

Dipl. Ing. Jörg Dickert, TU Dresden

100% erneuerbar bis 2050 – viel wird darüber geredet. Um mitreden zu können, sollte man ein Basiswissen zu Energie haben. Auch die Verfügbarkeit und deren technische Nutzbarkeitsmachung spielen eine wichtige Rolle. Hochinteressant sind dabei die Wechselwirkungen zum Lebensstil.

Wieviel Energie benötigt ein Mensch, um glücklich zu sein?

23.04.2014 Brückenjahre in der Lausitz — Heimat versus Arbeit

Dipl. Ing. Peter Benedix, Dokumentarfilmer

Noch immer werden in einem Land, welches sich im Sog eine selbstauferlegten Energiewende befindet, Dörfer und selbst kleinere Städte für Braunkohletagebaue zerstört. Sich dagegen zu empören geht schnell und ist vor allem sehr bequem. Doch was sind die Hintergründe? Warum gibt es trotz dieses massiven Eingriffs in die Menschenrechte kaum ein breites Bewusstsein in der Öffentlichkeit für die Menschen, deren Heimat unwiederbringlich für unseren Wohlstand zerstört wird? Das Thema ist äußerst komplex und weit entfernt von einer klaren Unterteilung in gut und schlecht.
30.04.2014 Energieträgerabwägung

Dr. Christoph Schünemann, TU Dresden

In dieser Vorlesung werden die verschiedenen regenerativen Energieformen vorgestellt. Motiviert wird dies mit der Diskussion über endliche Ressourcen, der ungleichen globalen Verteilung der Energierohstoffe und dem globalen Klimawandel. Dabei sollen die Charakteristika der Energieträger mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt und miteinander verglichen werden. Zum Abschluss werden die Perspektiven der erneuerbaren Energien sowohl in Deutschland als auch global angerissen.
07.05.2014 Uranerz — Rohstoff für Atomenergie und Umweltfolgen des Bergbaus

Dr. Jana Pinka, MdL, DIE LINKE

Ein Atomkraftwerk liefert Strom aus dem Uranisotop 235. Im natürlich abgebauten Uran sind davon nur etwa 0,7 Prozent enthalten. Die abgebauten Erze selbst enthalten je nach Genese in der Regel Urankonzentration von 0,1 bis 0,5 Prozent. Große Massen Gestein müssen daher bewegt, intensive Aufbereitung durchgeführt und immense Rückstände deponiert werden, damit Uran als Grundstoff zur Verfügung steht. Die Vorlesung geht unter anderem auf die Anfänge der Nutzung von Uran, chemisch-physikalische Grundlagen des Metalls Uran und Folgen des Uranerzbergbaus auf die Umweltschutzgüter ein.
14.05.2014 Wie kommt der Strompreis zustande und welche Herausforderungen ergeben sich für die Energiewende?

Prof. Dr. Dominik Möst, TU Dresden

– Handel

– Anbieterdschungel

– Stromüberschuss

– EEG-Umlage

– sozialverträgliche Energiewende?

21.05.2014 DESERTEC – Energiesolidarität für eine globale Klima – und Ressourcenwende

Caspar Bayer, DESERTEC Foundation

Das gigantische Potenzial der Sonnenenergie in den Wüstengegenden der Welt nutzbar machen, durch lokale Erzeugung dem steigenden Bedarf vor Ort begegnen und Überschüsse in einem transkontinentalen, modernen Stromnetz zusammen mit anderen erneuerbaren Energien in weit entfernte Verbrauchszentren exportieren: Eine Vision, welche die Vordenker von DESERTEC seit den 80er Jahren entwickeln. DESERTEC soll mehr sein als erneuerbare Energie. Sozio-ökonomische Entwicklung in den Erzeugerländern bedeutet Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze, Bildungstransfer und somit Perspektiven für eine schnell wachsende Bevölkerung.

Die Verbraucherländer wiederum profitieren von Energiesicherheit durch Wüstenstromimporte und stellen sich ihrer Verantwortung für den Schutz des Weltklimas.  DESERTEC – eine Strategie für die Zukunft – weltweit – und für Europa und Nordafrika der Anfang einer echten nachhaltigen Partnerschaft auf Augenhöhe?

28.05.2014 Smart Grid & Speichertechnologien

Dipl. Ing. Jörg Dickert, TU Dresden

Alles wird Smart – auch das Stromnetz.

Was steckt hinter Smart Grid und gibt es Grenzen? Der Vortrag geht auf die vielfältigen Aspekte der Energieversorgung ein und zeigt dabei die neuen Erfordernisse an die Netze auf. Ein Großteil der Erneuerbaren Energien speist wind- und sonnenabhängig in das Netz ein. Dies erfordert eine Lastverschiebung beim Kunden (Demand Side Management) oder den Einsatz von Speichern. Und was hat das Ganze mit Privatsphäre zu tun?

04.06.2014 Energie effizienter nutzen

Dr. Christoph Schünemann, TU Dresden

Um den Treibhausgasausstoß zu verringern, ist neben der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energiequellen die Reduktion des Energieverbrauchs von zentraler Bedeutung.

Ziel der Vorlesung ist es, dem Zuhörer Wege zu einem effizienteren Umgang mit Strom, Wärme und Kälte aufzuzeigen. Der Fokus der Vorlesung wird dabei auf der Einsparung von Heizenergie durch energetisch Bestandssanierung und energie-effizienten Neubauten liegen. Außerdem wird das Thema Energieeffizienz auch im Verkehrssektor, im Konsum und der Ernährung diskutiert.

11.06.2014 keine Vorlesung, Pfingsferien
18.06.2014 Dezentrale Energieversorgung: Wie bringt man erneuerbare Energien an den Menschen?

Frank Lessing, deutscher Solarverein

Gegenüberstellung Früher – Gegenwart – Zukunft. Heizmittel, Abhängigkeiten, Probleme Das Verhalten der Regierung im Zusammenhang mit der

Energiewende. Beteiligte – Gesetze – Probleme Eigene umgesetzte Projekte im Bereich regenerativer Energien.

Visionen: Die Sonnenbahn und die treibstofflose Mobilität – Einsparungspotentiale „Die Ganze Hand“ – Kostengünstiges und energetisch neutrales Wohnen

25.06.2014 Politische & Rechtliche Rahmenbedingungen einer Energiewende

Johannes Lichdi, MdL, Bündnis 90/Die Grünen

Alle reden über die Energiewende, aber jeder versteht etwas anderes darunter! Da eine von allen politischen und ökonomischen  Kräften getragenes Ziel der Energiewende fehlt, besteht auch Streit über die Ausgestaltung der rechtlichen Instrumente. Dies ist der Hintergrund der aktuellen Auseinandersetzungen um das europäische Treibhausgas-emissionshandelssystem, die Novelle des EEG,  die Rolle der alten fossilen Energiekonzerne im Gegensatz zur Bürgerenergiewende von unten oder die Verlängerung des Braunkohletagebaus in Sachsen. Der Vortrag versucht die aktuellen Debatten auf die gegenläufigen Zielvorstellungen zurückzuführen, die sich zwangsläufig auch in den rechtlichen Instrumenten zeigt
02.07.2014 Vom Wissen zum Handeln — psychologische Beiträge zur Energiewende

Dipl.-Psych. Dr. phil. Anke Blöbaum, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Die große Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung spricht sich für die Energiewende aus. Der Vortrag soll Möglichkeiten aufzeigen, wie Menschen dabei unterstützt werden können, sich auch im Alltag energiebewusst zu verhalten. Abschließend wird diskutiert, welche Potenziale Partizipation für die Akzeptanz des Ausbaus Erneuerbarer Energien und für verhaltensändernde Maßnahmen bieten.
09.07.2014 Energiewende von unten

Dipl. Wirt. Inf. Norbert Rost, regionalentwicklung.de, Dresden im Wandel

Die Energiewende wird nicht nur in kWh gemessen. Die Energiewende ist eine Kulturwende. Schließlich will eine auf fossilen Energieträgern gewachsene Gesellschaft – ihre Industrie, ihre Städte, ihr Verkehrssystem, ihre Lebensbilder – in eine post-fossile Welt mit witterungsabhängiger Energieversorgung wechseln. Niemand kann sich aus diesem Prozess entfernen, jede(r) ist gefragt. Wie sieht die ganz persönliche Energiewende aus, wenn man nicht gerade Energietechnik studiert?
16.07.2014 Klausur