Immer Dienstags

18:30 – 20:00 Uhr

(7. DS)

Zeuner-Bau (ZEU) / Raum 250

George-Bähr-Str. 3c

Beginn: 14.10.

Wer im Treibhaus sitzt, sollte nicht mit Kohle werfen —

Teil zwei: Weitere Aspekte einer Energiewende

 

Kontakt: energie@tuuwi.de

Credits: 1 Creditpoint (Teilnahmenachweis) bzw. 2 CP (Leistungsnachweis) bei Bestehen der Klausur, benotete Klausur möglich

Einschreibung: ab Ende September über OPAL (Katalog → TU Dresden → weitereKurse → Umweltringvorlesung „Energiewende 14/15“) oder als Nicht-TU-Student*in einfach ohne Einschreibung vorbeikommen 🙂

 

die Veranstaltungsreihe findet öffentlich statt, der Eintritt ist frei!

Kaum ein Begriff hat sich im politischen Diskurs der letzten Jahre so sehr hervorgetan, wie „Energiewende“. Was leider oft vergessen wird, ist die Interdisziplinarität, die sich dahinter verbirgt.

Für viele ist die Energiewende der bloße Wechsel der Energieträger, aus denen Strom produziert wird. Es ist jedoch sehr wichtig, den erforderlichen Wandel wesentlich breiter zu denken: es geht ebensosehr darum, wie wir uns fortbewegen, wie wir unsere Städte planen & unseren Raum entwickeln, wie wir unsere Lebensmittel produzieren, wie wir unsere Häuser bauen, und letztendlich auch darum, wie wir unsere Wirtschaft und unsere Machtstrukturen organisieren.

Energie-Autonomie — was bedeutet das wirklich? Wie erneuerbar sind Erneuerbare? Wie tief sitzen die fossilen Denkmuster, und wie können sie durchbrochen werden?

Die Energiewende ist ein grundlegender Umwälzungsprozess in Deutschland und der Welt. Ein Wandel, den wir alle mitgestalten können. Dazu möchten wir mit dieser Reihe inspirieren und freuen uns, wenn ihr vorbeischaut!

14.10. Warum die Energiewende bisher scheitert und wie sich das ändern ließe

Die Energiewende ist eine Jahrhundertaufgabe. Doch entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind Deutschland und Europa beispielsweise von ihren Klimazielen meilenweit entfernt. Unbequeme Wahrheiten, wie die Notwendigkeit zur konsequenten Verteuerung der fossilen Brennstoffe, werden nicht diskutiert. Wie können sich Gesellschaften und der Einzelne  verändern und so zu einer echten globalen Energiewende beitragen, obwohl unsere alltäglichen Wünsche dem oft entgegenstehen? Felix Ekardt beschreibt, warum ein deutsches beziehungsweise europäisches Vorangehen (auch ökonomisch) sinnvoll sein könnte – und warum neue Lebensstile keine Einschränkung sind, sondern Freiheit und soziale Gerechtigkeit erst ermöglichen.

Prof. Dr. Felix Ekardt

Gründer & Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik Leipzig

Umweltjurist, Philosoph & Soziologe

Vorsitzender des BUND Sachsen
 
21.10. Dresden auf dem Weg zur energieeffizienten Stadt

Das integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept ist die Grundlage für die weitere Reduktion der CO2-Emissionen in Dresden um 40 % gegenüber 2010 und zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie. Gleichzeitig sollen die Abhängigkeit der Stadt von Erdgas reduziert und die regionale Wertschöpfung gesteigert werden. Den Kern bilden Maßnahmen in der Wärmeversorgung. Die Fernwärme soll in der Fläche erweitert, modernisiert und flexibilisiert werden. Das Potenzial des Fernwärmesystems, Energie zu speichern, soll genutzt werden, um über die Kraft-Wärme-Kopplung einen Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze zu liefern.

 

Dr. Christian Korndörfer

Leiter des Umweltamts der Landeshauptstadt Dresden

28.10. Strohballenbau als Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft:
Mit Stroh energiesparend bauen, im Ökodorf energiesparend lebenEin Haus zu bauen und in Gemeinschaft zu leben haben vieles gemeinsam. Beides sind komplexe Prozesse, bei denen man zusammen mit anderen auf eine Vision hinarbeitet. Doch was passiert, wenn man beides verbindet?

Wenn wir für unsere Umwelt – und damit für unsere Zukunft – konkreter als bisher etwas tun wollen,  können wir nicht so weiterleben wie bisher. Dann müssen wir unter anderem auch neue Wohnformen finden, die es uns ermöglichen, Ressourcen und Energie in einem anderen Umfang als bisher zu sparen.

Am Wohnort arbeiten, unsere Lebensmittel giftfrei und weitgehend selbst produzieren, in Häusern leben, die ressourcenschonend gebaut sind, die keine Heizung brauchen – Strohballenhäuser – das sind Möglichkeiten, die uns ein Ökodorf bieten kann. Und dazu noch eine lebendige Gemeinschaft in so einem Dorf zu haben, die uns hilft, gemeinsam voran zu kommen mit neuen Denkweisen, neuen Lebensweisen: dann entstehen Keimzellen, die dafür sorgen, dass wirklich etwas geschieht und wir uns damit nicht nur auf die – oft leeren – Versprechen unserer Regierungen verlassen müssen.

Roswitha Kugelmann berichtet, wie sie auf die Idee gekommen ist, ein Ökodorf für Augsburg zu planen und wie es um die Realisierung steht. Julia Leuterer berichtet von zwei gemeinschaftlich gebauten Strohballenhaus-Projekten auf einer Permakultur-Farm in Südaustralien und auf Tasmanien.

 

Roswitha Kugelmann

Gründerin & Leiterin des Sozialkaufhauses Augsburg

 

Dipl.-Ing. Julia Leuterer

grass roots Strohballenbaumeisterin

04.11. Hindernisse auf dem Weg zu 100% Erneuerbaren: Fallstricke & Möglichkeiten anhand zweier Szenarien

Am Beispiel zweier 100%-Erneuerbare-Energien-Szenarien wird über Ausbaupotenziale und auftretende Herausforderungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien gesprochen. Erst bei der konkreten Planung wird selbst Fachleuten klar, welche Hürden beim Ausbau der Erneuerbaren Energien überwunden sein wollen – von Flächenpotenzialen, Natur- und Landschaftsbildverträglichkeit bis hin zu verdrängten Nutzungen.

Torsten Kohl

Dipl.-Ing. für Umweltschutz & Raumordnung

Parlamentarischer Berater für Umweltfragen im sächsischen Landtag

Landesvorstand BUND Sachsen

11.11. Energiewende in der Landwirtschaft

Ein Fünftel der deutschen Ackerfläche wird bereits für die Energieproduktion genutzt. Bald soll es fast ein Drittel werden. Wächst also demnächst genug erneuerbare Energie auf dem Acker um fossile Quellen zu ersetzen? Ist die Landwirtschaft ein Netto-Energielieferant oder -verbraucher? Welche anderen Ressourcenfragen gehen damit einher? Wie also stehen Energiewende und Agrarwende zueinander? Wer bezahlt dafür welchen Preis? Wir werfen darauf auch einen globalen Blick mit Hilfe des Weltagrarberichts und fragen nach den Auswirkungen auf Hunger, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit.

Benny Haerlin

Zukunftsstiftung Landwirtschaft Berlin

Save our Seeds

18.11. Elektrisch mobil – Gut für’s Klima?

Elektromobilität ist in aller Munde. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Begriff? Und sind die Wirkungen elektrisch betriebener Fahrzeuge auf den Klimawandel einzuschätzen?

Mit der Energiewende wird doch sowieso der ganze Strom sauber, oder? Und was ist mit Lärm, Luft und der Verkehrssicherheit?

Viele Fragen und der Versuch anhand aktueller Forschungsergebnisse Antworten zu geben.

Dipl.-Wirt.-Ing. Frank Kutzner

Projektleiter beim Dresdner Planungsbüro Stadt – Verkehr – Umwelt (SVU)

25.11. Flexibilität – Der Schlüssel zu einer sicheren Energieversorgung von morgen?

Das Pumpspeicherwerk Niederwartha und andere Beispiele

In Deutschland sollen bis 2050 80 % des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Einen großen Beitrag werden hierbei Wind- und Sonnenenergie leisten. Damit es bei längeren Windflauten nicht zu Versorgungsunterbrechungen kommt, werden Flexibilitätsoptionen benötigt. Diese können die Schwankungen aus erneuerbaren Energien ausgleichen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Flexibilität in der Energieversorgung bereitzustellen, wie z.B. Laststeuerung (DSM) oder Energiespeicher. Diese sind aufgrund Ihrer technischen und ökonomischen Restriktionen für unterschiedliche Situationen gut geeignet. In der Veranstaltung werden die einzelnen Flexibilitätsoptionen vorgestellt sowie Ihre Rolle in der heutigen und künftigen Elektrizitätsversorgung aufgezeigt.

Die letzte halbe Stunde handelt von 85 Jahren Geschichte und der heutigen Situation des Pumpspeicherkraftwerks Niederwartha vor den Toren Dresdens. Eine Anlage in Zeiten des Wandels der technischen und wirtschaftlichen Anforderungen.

Theresa Müller

TU Dresden Energiewirtschaft

 

Dr.-Ing. Wolf-Dieter Diebels

E.Cons Energieversorgung-Consulting Dresden

02.12. Dresdens Energieversorgung vor dem Hintergrund russischer Energielieferungen und der Ukraine-Krise

Dresdens Energieversorgung ist zu über 80% von Öl und Gas abhängig. Über ein Drittel davon kommt aus Russland. Die hohe Energieabhängigkeit gilt es angesichts politischer Krisen sowie angesichts Peak Oil und Peak Gas zu überdenken. Dresden braucht eine erweiterte Energiestrategie.

Dipl. Wirt.-Inf. Norbert Rost

Büro für postfossile Regionalentwicklung

Dresden im Wandel (Transition Town Dresden)

09.12. Der wahre Preis unseres Energieverbrauchs — Externe Kosten und Subventionen als Blockaden für die Grüne Transformation

Viele Umweltschäden müssen bisher nicht von den Verursachern, sondern von der Allgemeinheit bezahlt werden – sei es beim Abbau natürlicher Ressourcen oder die Nutzung der Atmosphäre als Schadstoffsenke. Die Preise sagen also nicht die ökologische Wahrheit. Der Vortrag zeigt die „versteckten Kosten“ unseres Energieverbrauchs durch externe Kosten und Subventionen auf und macht deutlich, warum Atom- und Kohlestrom eigentlich viel teurer sind.

Swantje Küchler

Leiterin Energiepolitik beim Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS)

16.12.

Achtung Raumänderung:

GÖR/226

Erdgassubstitution durch eine forcierte Energiewende

Vor dem Hintergrund des Klimawandels wird die Sinnhaftigkeit der Energiewende kaum noch angezweifelt. Allerdings steht sie aus Kostengründen massiv in der Kritik. Um sich der Frage zu nähern ob unsere Volkswirtschaft sich eine Energiewende leisten kann werden im ersten Teil des Vortrags ein mögliches Energiewendeszenario in den Sektoren Strom-Wärme-Verkehr erläutert und die  volkswirtschaftlichen Kosten und Einsparungen durch eine effiziente Energiewende gegenübergestellt.

Ausgehend von dem präsentierten Energiewendeszenario wird im zweiten Teil analysiert ob aktuelle Tendenzen zum Gasimport sinnvoll sind. Insbesondere vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts gewinnt diese Frage in der Politik wieder zunehmend an Bedeutung. Im Vortrag werden verschiedene Diversifizierungsansätze und Importoptionen dargestellt und die Frage aufgeworfen ob eine diversifizierte Erdgasimportstrategie der Energiewende zuträglich ist.

Dr.-Ing. Stefan Bofinger

Abteilungsleiter großräumige Energieverbünde am Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) Kassel

06.01. Braunkohle in Sachsen – Versprechen und Wirklichkeit

Adrian Rinnert vom Bündnis „Strukturwandel Jetzt“ und Torsten Kohl vom BUND Sachsen beleuchten aus verschiedenen Perspektiven die Möglichkeiten und Grenzen der kritischen Auseinandersetzung rund um die Braunkohleverstromung und den Braunkohletagebau. Zudem werden die Hintergründe des Braunkohleabbaus und deren Verstromung in der Lausitz erläutert. Es geht dabei um Themen von der energiewirtschaftlichen Notwendigkeit über einen Strukturwandel in der Region bis hin zu den Auswirkungen auf die Umwelt.

Adrian Rinnert

Eine Spinnerei vom nachhaltigen Leben e.V.

Torsten Kohl

Parlamentarisch-Wissenschaftlicher Berater für Umwelt, Landwirtschaft & Raumordnung im Sächsischen Landtag

13.01. Energiewende & Freihandel – wie hängt das zusammen?

Das Transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen (TTIP) und seine Bedeutung für die Klima- und Energiepolitik

Lutz Weischer

Teamleiter Internationale Klimapolitik bei Germanwatch

Analyst beim Climate & Energy Program des World Resource Institute Washington D.C.

BUND Handelspolitik

20.01. Die Verkehrswende als Bestandteil des weltweiten Klimaschutzes

Die Energiewende in Deutschland ist beschlossene Sache, bei der es nun um die Umsetzung geht. Für Germanwatch ist die Verkehrswende Teil der Energiewende. Allerdings ist die Verkehrswende noch in einem gänzlich anderen Stadium, denn zu ihr fehlt noch der politische Konsens. Deshalb muss das Thema auf die Tagesordnung gesetzt und in die Köpfe der Menschen gebracht werden. Fünf deutsche Nichtregierungsorganisationen haben dazu im letzten Jahr ein Konzept zur Verkehrswende in Deutschland entwickelt, das anspruchsvolle Klimaziele umsetzt. Dieses Konzept wird vorgestellt, am Ende wird der Blick geweitet und auf die globalisierten Verkehrsträger Seeschiffahrt und Internationaler Flugverkehr eingegangen, die allein unter nationalen Aspekten nicht adäquat darzustellen wären.

Dr. Manfred Treber

Klima- & Verkehrsreferent bei Germanwatch

27.01. Abschlußveranstaltung / Wrap-Up, Fazit & Ausblick Prof. Dr. Felix Ekardt

Gründer & Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik Leipzig

Umweltjurist, Philosoph & Soziologe

Vorsitzender des BUND Sachsen
03.02. — KLAUSUR —