Freitags
14-tägig

13:00 – 16:20 Uhr

Zeuner-Bau (ZEU) Raum 250

Beginn:
17.10.2014

Let’s talk about soil –

Umweltschutz beginnt unter unseren Füßen

Organisation: Anika Preuße
Kontakt: boden(ät)tuuwi.de

Credits:
Für die Teilnahme gibt es einen Creditpoint (Teilnahmeschein) oder bei Bestehen der Klausur gibt es zwei Creditpoints (Leistungsschein) . Die Klausur findet am 6. Februar 2015 statt und kann benotet werden.

Einschreibung:
Über OPAL (Katalog → TU Dresden → weitere Kurse → Umweltringvorlesung „Boden“)

Oder als Nicht-Student*in kann man einfach ohne Einschreibung vorbeikommen!

Die Veranstaltungsreihe findet öffentlich statt!

Der Eintritt ist frei!

Die Generalversammlung der UN hat das Jahr 2015 als Internationales Jahr der Böden beschlossen. Damit möchte sie auf die Bedeutung fruchtbarer Böden und das unterschätzte Problem der weltweiten Bodenzerstörung aufmerksam machen. Jede Minute wird auf der Erde die Fläche von etwa 30 Fußballfeldern an fruchtbaren Böden zerstört oder massiv geschädigt.

Warum wir Menschen den Boden, von dem wir leben, wie Dreck behandeln, ist rational kaum nachvollzierbar. Böden filtern verschmutztes Wasser, erhalten die Artenvielfalt, binden klimaschädliches Kohlendioxid und erzeugen Nahrungsmittel – kurz: sie sind die Grundlage allen Lebens.

In der Vortragsreihe sind alle herzlich willkommen, die sich mit der vergessenen Ressource Boden auseinander setzen möchten: Wie ist der Zustand unseres Bodens in Deutschland und weltweit? Welche genauen Faktoren führen zur Bodenzerstörung? Welche Gesetze zum Bodenschutz gibt es oder müssten eingeführt werden?

Was kann ich als Verbraucher_in tun, um den Boden zu schützen? Wie trägt ökologische Landwirtschaft zum Bodenschutz bei? Welche Bedeutung haben Wald und Kompost? Wie sind die Zusammenhänge zwischen der Ressource Boden und dem Klimawandel? Wem gehört das Land, auf dem unsere Lebensmittel wachsen?

Diese und viele weitere Fragen werden verschiedene Referent*innen aus Theorie und Praxis beantworten.
Wo?
Zeuner-Bau (ZEU) der TU Dresden
Georg-Bähr-Str. 3c
Raum 250

17.10.2014 13:00-14:30

Was sind Böden und warum müssen wir sie schützen?

14:50-16:20

Funktionen von Böden und ihre Rolle im Kohlenstoff-Kreislauf

Prof. Karl-Heinz Feger und
Prof. Karsten Kalbitz // Institut für Bodenkunde und Standortslehre //
TU Dresden
14.11.2014 13:00-14:30

Biomasseerzeugung zur Energie- und Futternutzung: Vielfältig und bodenschonend

Der Boden als Grundlage der landwirtschaftlichen Erzeugung ist oft durch die Zielsetzung einer hohen Produktivität gefährdet. Dies lässt sich am Beispiel des Energiepflanzenanbaus für Biogasanlagen verdeutlichen. Dieser ist derzeit vor allem durch die Fixierung auf Silomais gekennzeichnet, mit der häufigen Folge von Bodenerosion, Nährstoffauswaschung und Artenarmut. Neben Ursachen und Konsequenzen dieser Entwicklung werden Strategien für artenreiche und bodenschonende Anbausysteme (u.a. Leguminosen, Agroforst) aufgezeigt, auch vor dem Hintergrund des Klimawandels.

14:50-16:20

Glyphosat: ein einzigartiges Herbizid? – Bodenschutz und Glyphosat

Glyphosat ist das weltweit meist verwendete Herbizid. Bekannt wurde es vor allem im Zusammenhang mit gentechnisch veränderten Glyphosat-resistenten Pflanzen. Aber auch in Deutschland, wo kein Anbau derartiger Pflanzen stattfindet, wird es zunehmend breiter eingesetzt. Glyphosat wurde lange als vergleichsweise unproblematisch eingestuft, neuere Studien kratzen allerdings an diesem Ruf. Dies gilt nicht zuletzt für die Wirkung von Glyphosat auf das Bodenleben und die Biodiversität, wobei Zusammensetzung und Aktivität der Bodenorganismen wiederum die Pflanzengesundheit beeinflussen.

Dr. Rüdiger Graß // FG Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe // Uni Kassel-Witzenhausen

 

 

 

 

 

 

Dr. Martha Mertens // Sprecherin des BUND-AK Gentechnik

28.11.2014 13:00-14:30

Flächenverbrauch eindämmen, aber wie?

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche nimmt in Deutschland weiter zu, obwohl die Bevölkerung schrumpft und altert und auch die Zahl der Arbeitsplätze nicht weiter zunimmt. Die regionalen Unterschiede sind dennoch beachtlich: Hier Siedlungsbrachen und Leerstände, dort Flächenknappheit. Die Kommunen befinden sich in einem unregulierten Wettbewerb um Einwohner und Unternehmen, den sie mit immer neuen Bauflächenausweisungen zu gewinnen versuchen. Dies überwiegend auf Kosten landwirtschaftlich genutzter Flächen. Der Gesetzgeber, Bund und Länder, unterschätzt die ökologischen, sozialen und volkswirtschaftlichen Risiken dieser Entwicklung und bleibt weitgehend untätig. Der Vortrag zeigt Wege auf in Richtung einer nachhaltigen, nach innen gerichteten Siedlungsentwicklung und stellt die dafür geeigneten Instrumente vor.

 

14:50-16:20

Gemeingut Boden – Alternativer Umgang mit Grundeigentum

Die Land- und Bodenfrage rückt in jüngster Zeit ins öffentliche Bewusstsein. Da ist der grossflächige Aufkauf von Agrarland durch global agierende Investoren („Land Grabbing“). Da ist zweitens, im städtischen Kontext, die zunehmende Verdrängung von Armen und Geringverdienern („Gentrification“). Es wird heute wieder öffentlich nachgedacht über Grundeigentum und über Sinn, Transparenz und Verantwortung im Umgang mit der knappen Ressource Boden, anknüpfend an die Blütezeit der Bodendebatte zum Ende des 19. / Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Vortrag stellt sozial wertvolle Alternativen zur Renditemaximierung und Handlungsmöglichkeiten sowohl der öffentlichen Hand als auch gemeinnütziger und privatwirtschaftlicher Initiativen vor.

Dr. Ulrich Kriese // Siedlungspolitischer Sprecher des NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Ulrich Kriese // Stiftung Edith Maryon

 

12.12.2014 13:00-14:30

Die Böden im Klimawandel oder was ist ‚climate smart agriculture‘?

Die Böden der Welt stehen in der Diskussion um die Bekämpfung des Klimawandels plötzlich im Mittelpunkt. Wie kann man sie bearbeiten und das Klima dabei schonen und wer und wie kann damit auch noch Geld verdienen? Könnte dies die Chance für Kleinbauern im Süden sein? Im Sommer 2015 sind die Klimaverhandlungen in Paris. Dass Landwirtschaft dort eine große Rolle spielt, weiß kaum jemand.
14:50-16:20

Böden der Tropen: Von Natur aus unfruchtbare Böden – und der verzweifelte Versuch, darauf Nahrungsmittel zu produzieren

Pflanzennährstoffe sind in Böden vor allem an zwei Stoffgruppen gespeichert: Huminstoffe und Dreischichttonminerale. Letztere fehlen in den tropischen Böden Afrikas und Südamerikas weitgehend. Warum das so ist und welche Folgen dies für Fruchtbarkeit und Nutzung der Böden hat, erläutert dieser Vortrag.

Ursula Gröhn-Wittern // Dipl.-Agrar.Ing. // Agrarkoordination – Forum für internationale Agrarpolitik e.V.

 

 

Dr. Peter Schad // Lehrstuhl für Bodenkunde // TU München

09.01.2015 13:00-14:30 – NEU! ÄNDERUNG: AUSFALL WEGEN KRANKHEIT!

Düngung im Spannungsfeld zwischen Nährstoffbedarf, Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Bodenschutz

Der Vortrag zum Thema „Düngung im Spannungsfeld zwischen Nährstoffbedarf, Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Bodenschutz“ greift die aktuelle Fragen aus diesem Themenbereich auf. Dabei werden u.a folgende Themen angesprochen: Warum und wieviele Nährstoffe müssen den Pflanzen zur Verfügung gestellt werden? Wie sind Notwendigkeit und Risiken einzuschätzen? Wie ist die Situation in der Bodengehalte von P, K, Mg und des pH-Wertes in Sachsen? Was ist beim Einsatz mineralischer oder organischer Düngemittel zu beachten und wo liegen Grenzen und Optimierungspotenziale? Welchen Beitrag zum Bodenschutz und zur Nachhaltigkeit können neue Techniken leisten?
14:50-16:20 – NEU! ÄNDERUNG: VORGEZOGEN AUF 13UHR!

Landwirtschaftlicher Bodenschutz auf Ackerflächen – Schutz von Ackerflächen vor Wassererosion und Schutz des Bodengefüges

Der Vortrag greift die wichtigen und aktuellen Themen des Schutzes von Ackerflächen vor Wassererosion und den Schutz des Ackerbodens vor schädlicher Bodenverdichtung auf. Dabei werden folgende Themen angesprochen: In welchem Umfang sind Ackerflächen in Sachsen durch Bodenerosion durch Wasser und Wind betroffen? Welche Schäden entstehen insbesondere durch Wassererosion auf und außerhalb von Ackerflächen? Was sind die Ursachen für Wassererosion auf Ackerflächen? Welche acker- und pflanzenbaulichen sowie ergänzenden Schutzmaßnahmen können Landwirte gegen Wassererosion ergreifen? In welchem Umfang werden diese Schutzmaßnahmen in Sachsen praktiziert. Wie erfolgt die modellgestützte Planung von Schutzmaßnahmen auf Ackerflächen? Im Hinblick auf den Bodengefügeschutz werden die schädlichen Wirkungen von Bodenverdichtungen auf Ackerflächen und deren Ursachen dargestellt. Erläutert werden die heute zur Verfügung stehenden Maßnahmen und technischen Lösungen zum wirksamen Schutz von Ackerflächen vor schädllichen Bodenverdichtungen.

Dr. Michael Grunert // Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie // Abteilung Landwirtschaft // Referat Pflanzenbau

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Walter Schmidt, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie // Abteilung Landwirtschaft // Referat Pflanzenbau

23.1.2015 13:00-14:30

Bodenschutz – Herausforderungen und Lösungsansätze

Das Schutzgut Boden wird durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Maßnahmen beeinflusst. Es leidet die natürliche Bodenfunktion darunter. Immer häufiger ersetzen technische Regelungen und Gestaltungen die natürliche Bodenfunktion und ziehen erhebliche Folgewirkungen nach sich. Nicht zuletzt sind es monetäre Ansätze, die einen Umgang mit dem Schutzgut Boden nachhaltiger gestalten lassen. Berichtet wird über Informationsgrundlagen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zum Schutzgut Boden und über seine Gefährdungspotenziale sowie über Beispiele zum Schutz des Bodens.
14:50-16:20

Bodenpolitik in Ostdeutschland nach 1990

In Ostdeutschland ist seit 1990 ein landwirtschaftlicher Großgrundbesitz entstanden, der einmalig in der Deutschen Geschichte ist. Verantwortlich dafür ist kein ausufernder Markt, sondern sind staatliche Instrumente und Subventionen, die eine Wiederbegründung bäuerlicher Landwirtschaft nach der Friedlichen Revolution verhindert haben. Die Treuhand und ab 1992 die BVVG haben die Verfügungsgewalt über rund 40% der landwirtschaftlichen Nutzfläche gehabt. Zusammen mit den jährlichen EU- Agrarbeihilfen wurde so ein Landdistributions- und Agrarsubventionssystem geschaffen, das in Ostdeutschland nur wenigen Großgrundbesitzern zugute kommt. Eine weitere Stufe ist dann der Verkauf des Großgrundbesitzes an externe Investoren, z.B. der Aktiengesellschaft KTG, die in Ostdeutschland mittlerweile mehr als 30.000 ha bewirtschaftet.

Bernd Siemer,  Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie // Referat Boden und Altlasten

 

 

 

 

PD Dr. Jörg Gerke,
Agrarwissenschaftler und Landwirt, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)

 

und Dr. Manfred Probst vom Biobetrieb Vorwerk Podemus