Gerade als neugegründete Uwi an einer großen Hochschule fühlt man sich oft klein und unbeachtet. Doch das kann man ändern. Oft gibt es viele andere Menschen/Gruppen mit ähnlichen Interessen, die sich über Austausch und Vernetzung freuen. Gemeinsame Aktionen machen meist viel mehr Spaß und wenn z.B. hinter einem Forderungspapier mehrere Gruppierungen stehen, bekommt das gleich viel mehr Gewicht. Hier ein paar Beispiele:
  • Studis!: Die wichtigste Ressource sind natürlich andere Studis. Zum einen sind sie potentielle neue Mitstreiter:innen in eurer Gruppe, aber auch bei Veranstaltungen, Unterschriftensammlungen etc. sind Studis essenziell. Schließlich seid ihr ja selbst welche. Also geht raus auf den Campus, seid präsent und macht euch bekannt und (un)beliebt. 😉
  • Andere Hochschulgruppen: (Students for Future, Blue Engineering, ...). Schaut einfach mal was es dort an eurer Uni bereits gibt. 
  • StuRa/AStA: Auch die Studierendenvertretung kann ein guter Partner sein, besonders wenn es um hochschulpolitische Themen geht. Als gewählte Vertreter:innen der Studierendenschaft, gibt deren Unterstützung euren Anliegen nochmal eine ganz andere Legitimation (siehe unser Verlauf des -> klimapolitschen Forderungskatalogs). Oft hat die Vertretung auch ein eigenes Referat Umwelt. Möglicherweise könnt ihr das auch komplett übernehmen (siehe -> 4.1).
  • Andere städtische Initiativen und Ortsgruppen: Viele Themen betreffen nicht nur die Uni sondern die ganze Stadt. Auch hier gibt es oft bereits andere Bündnisse, bei denen sich Vernetzung lohnt (FFF, Greenpeace, BUND, Extinction Rebellion, uvm.)
  • Dezernate/ Verwaltung: Vielleicht hat eure Hochschule auch in der Verwaltung bereits Nachhaltigkeitsstrukturen. An der TUD sind das beispielsweise das Dezernat 4.4 (-> infrastrukturelles Gebäudemanagement) oder das Dezernat 9 (-> Universitätskultur), die Kommission Umwelt (->Link) oder jetzt neu das Green Office (siehe auch 4.3).
  • (studentische) Senator:innen: Der Senat ist das höchste politsche Gremium an der Hochschule mit legislativen und beratenden Funktionen. So werden dort z. B. Grundordnungen, Leitbilder und Stellungsnahmen behandelt. Gewählte Studierenden gehören diesem Gremium an. Wollt ihr einem bestimmten Anliegen besonders Gewicht verleihen, ist der Gang durch den Senat mit Sicherheit die Königsdisziplin (auch hier unser Verlauf des -> klimapolitschen Forderungskatalogs).
  • Rektorat: Das Rektorat hat selbstredend großen Einfluss auf vielen Ebenen der Uni. Hier kommt es aber sehr auf die Person(en) an: Ist diese aufgeschlossen gegenüber Umweltthemen kann sich möglicherweise schnell einiges bewegen, stoßt ihr mit euren Anliegen auf taube Ohren, ist der Weg ein wesentlich mühsamerer. Mit dem Rektoratswechsel 2020 haben wir bspw. sehr gute Erfahrungen gemacht, sodass wir präsent eine eigene Seite auf der TUD eigenen Webseite bekommen haben: https://tu-dresden.de/tu-dresden/umwelt-und-klima 
  • Netzwerk N (->https://www.netzwerk-n.org/): Das Netzwerk N vernetzt Nachhaltigkeitsinitiativen an Hochschulen in ganz Deutschland. Hier könnt ihr euch super Anregungen von anderen Initiativen holen, außerdem gibt es zahlreiche (Bildungs-) Angebote wie Wandercoachings, die regio n Konferenzen und nicht zuletzt die ->plattform n als Online-Tool für Dokumentation und Austausch. Zudem koordiniert das Netzwerk N die bundesweiten ->Green-Office-Initiativen.
Generell ist es hilfreich euch als Gruppe Gedanken zu machen, inwieweit ihr mit institutionellen Strukturen wie das Rektorat, Universitätsverwaltung oder sogar StuRa zusammenarbeiten wollt. Je nachdem welche:r Verbündete:r, können sich verschiedene Aktionen und Reaktionen unterschiedlich auswirken (mal diplomatisch gesagt ;)). Nutzt ihr Geld vom StuRa kann es sein, dass ihr nicht immer direkt eine kontroverse Protestaktion finanzieren lassen könnt, ebenso können mühsam aufgebaute Beziehungen zu Rektorat und Co. bei einer solchen Aktion wieder abkühlen. Andererseits braucht es kontroverse Aktionen, um bei eingesessenen Institutionen überhaupt eine Veränderung anzustoßen (siehe -> Blogartikel 2 Jahre HSZ). Auch bei uns gibt es fast regelmäßig Grundsatzdebatten inwieweit wir uns dazu verhalten. "Beide" Strategien (die, der Kommunikation MIT und/oder GEGEN die Uni/Hochschule) sind berechtigt. Also nehmt euch dazu Zeit und plant strategisch, wenn ihr möchtet.

Das Konzept basiert auf dem europäischen Green-Office-Movement, welches an jeder Hochschule ein solches Büro installieren will. Diese sind dann auch untereinander vernetzt und sorgen so für mehr Austausch, Effektivität und Sichtbarkeit von Nachhaltigkeitsbestrebungen (-> Link Netzwerk N Vernetzung GO).
"Ein Green Office (auch (studentisches) Nachhaltigkeitsbüro, Zukunftsbüro, Student Green Office) ist ein von Studierenden und Hochschulmitarbeitern geführtes Nachhaltigkeitsbüro einer Hochschule. Ein Green Office informiert, verbindet und unterstützt Studierende und HochschulmitarbeiterInnen, um über Nachhaltigkeit zu lernen und Projekte umzusetzen. Zudem realisiert es eigene Ideen, um Nachhaltigkeit in Lehre, in Forschung und Betrieb zu verankern". Quelle:  https://www.greenofficemovement.org/de/.
Der grundlegende Unterschied zwischen einem Green Office (GO) und eurer (zukünftigen) Initiative ist, dass es eine feste Institution an der Hochschule ist. Das bedeutet, dass finanzielle Mittel für Stellen bereitgestellt werden und Studierende und vor allem angestellte Mitarbeitende gemeinsam an Nachhaltigkeitsthemen an der Hochschule arbeiten. 
Sollte es an eurem Standort bereits ein Green Office geben, sind die ein super (Ansprech)partner, besonders wenn es um hochschulpolitische Themen geht. Gibt es noch keins, dann setzt euch dafür ein, dass eins gegründet wird! An der TU Dresden ist es nach über einem Jahr Bemühungen nun endlich soweit: Seit dem 15.07.2021 gibt es nun endlich ein Green Ofice (-> Link Green Office TUD) bei uns, samt befristeter Stelle und studentischen Hilfskräften. Langer Atem lohnt sich also. Ausführlichere Informationen wie es dazu kam und was für Hürden unterwegs aufgetaucht sind, findet ihr hier: https://tuuwi.de/was-wir-machen/struktur/green-office/.