Als die tuuwi 1989 gegründet wurde, war das Hauptanliegen der Studierenden, das Wissensdefizit im Bereich Umweltbildung zu verringern und über dieses Wissen ein Bewusstsein für Handlungsnotwendigkeiten zu wecken. Heute - viele Jahre später - ist dieser Gedanke auch immernoch (irgendwie) präsent.
Nur haben sich die Interessen als auch Handlungsmöglicheiten erweitert. War es früher das (ökologische) Umweltwissen, stehen heute vielmehr Themen im Vordergrund: Klimagerechtigkeit(-sbewegung), CO2-Emissionen, Veganismus, politische Überzeugungen, ziviler Ungehorsam usw. So ist die Organisation von Umweltringvorlesungen zwar nach wie vor fester Bestandteil der tuuwi, zusätzlich gibt es aber auch unzählige andere Arbeitsgruppen (AGs), die sich der Verringerung eben eines bestimmten "Defizits" verschrieben haben: Die AG Papier, welche den Wasser- und Stromverbrauch senken möchte, indem sie auf Recyclingpapier aufmerksam macht. Die AG Mensa, bei der die Emission von Treibhausgasen und das Leid von Tieren auf der Agenda steht. Oder ganz simple Dinge, wie der Wunsch mehr Grünflächen (für Studierende) auf dem Campus zu haben und daher einen kleinen Gemeinschaftsgarten (AG Garten) zu gründen und sich bei der Gestaltung des Campus' einzusetzen.
Und genau mit diesem Gedanken wenden wir uns an euch! Wenn ihr Defizite in Hochschulstrukturen, der Campusgestaltung oder auch nur Aufmerksamkeit für ein bestimmtes Themenfeld seht, setzt euch doch einfach zusammen mit Anderen hin und geht es an. Viele Dinge gibt es nur noch nicht, weil sie niemand macht oder nicht die Notwendigkeit darin sieht.

Da Aktionismus in der Gruppe mehr Spaß macht und außerdem Arbeit spart, wollen wir euch mit diesem Leitfaden einen kleinen Überblick geben, wie es ausshehen könnte, eine eigene Umweltinitiative (Uwi) zu werden. Wir wählen ganz bewusst den Konjunktiv. Viele der hier vorgestellen Ideen und Denkanstöße basieren auf unseren Erfahrungen in Dresden. Ob diese gut oder schlecht, passend oder unpassend für eure Hoschule oder Stadt sind oder ihr als Gruppe ganz andere Ansätze verfolgen wollt, können und wollen wir nicht beurteilen.
Die Umsetzung von guten Ideen scheitert nicht immer nur am mangelnden Geld oder der unrealistischen Zielstellung. Teilweise kann ein unkoodiniertes Vorgehen so viel Energie rauben, dass die eigentliche Zielstellung bei lauter Chaos auf der Strecke bleibt. Daher dient der Leitfaden auch zur Erläuterung von Gruppenstrukturen und bietet Tripps und Tricks die Gruppenarbeit nützlich zu gestalten und gleichzeitig den Spaß an der Sache zu erhalten.
[Absatz zum Aufbau und zurechtfinden des Leitfadens - Wie ist der aufgebaut?, wo findet ihr was? hier an FAQ verweisen, als schneller Überblick]

➡️ Hier geht’s zu Kapitel 2: Uwis intern