Aktiv werden für Ressourcen-Schutz

Die kommende Woche vom 19. bis 24. November steht im Zeichen der Veränderung. Zum Thema “Globalisierung und Umweltfolgen” gestalten wir sechs spannende Tage für euch mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten. Allen gemeinsam sind die Omnipresenz des anthropologischen Einflusses auf unserer Umwelt und die mit ihm einhergehenden tiefgreifenden Veränderungen. Für das Decken unseres Bedürfnisses nach Kommunikation in sozialen Netzwerken sterben in anderen Ländern Menschen. Für das Stillen unseres Ressourcen- und Energiehungers wird der Meeresboden in 4000 Metern Tiefe nach Mangan-Knollen abgesucht. Für die ständige Verfügbarkeit neuer und billiger Kleidung im globalen Norden werden ganze Ökosysteme vergiftet.

Mittwoch: Exkursion zur Solidarischen Landwirtschaft “Dein Hof” (Quelle: www.dein-hof.de)

Zeit klar Tisch zu machen und eine Wende einzuleiten! Ein Schwerpunkt unserer Aktionswoche ist deshalb der Abbau von natürlichen Ressourcen. Man unterscheidet hierbei zwischen erneuerbaren und nicht erneuerbaren Ressourcen. Erneuerbare Ressourcen wachsen in der Spanne eines Menschenlebens vollständig und gleichwertig nach, in einem Kreislaufsystem. Gute Beispiele sind Fisch- und Waldbestände.1 Allerdings kann der Mensch diesen Zyklus unterbrechen, indem er einen zu großen Teil der Ressourcen auf einmal verbraucht und keine Regeneration stattfinden kann. So gilt ein großer Teil aller Fischarten als maximal befischt, einige auch als überfischt2 und damit in ihrer Existens bedroht.

Nicht erneuerbare Ressourcen regenerieren sich zwar ebenfalls, aber in sehr viel längeren Zeitspannen als ein Menschenleben. Dazu gehören klassischerweise mineralische Rohstoffe wie Eisen oder Nickel und die traditionellen Energieträger wie Öl oder Gas.1 Der Umgang mit diesen Ressourcen sollte also wohl bedacht stattfinden. Das Prinzip Cradle to Cradle (Von der Wiege zur Wiege) verfolgt den Ansatz, Verbrauchs- und Gebrauchsprodukte so herzustellen, dass sie nach ihrer Nutzung möglichst vollständig wieder in den Produktionskreislauf eingehen können.3 Dieser Gedanke wurde von der Politik auch in Form des Kreislaufwirtschaftsgesetzes festgehalten. Aufgrund der schwammigen Formulierungen hat es allerdings nicht die notwendigen Auswirkungen auf die deutsche Industrie.

papierpilz-bloecke
Donnerstag: Kleiner Papierpilz-Workshop

Die Aktionswoche der tuuwi bleibt nicht bei trockener Theorie und leeren Worten, sondern sorgt ganz praktisch für Veränderung. Wir setzen uns mit den nicht erneuerbaren Ressourcen und den vielfältigen Problemen auseinander, die ihr Abbau mit sich bringt. Die Filme “Blood in the Mobile” und “Das Kongo-Tribunal” (mit Input und Diskussion) visualisieren dies am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo. Aufgrund der dort abgebauten Konfliktminerale wird das Land zum Spielfeld militanter Gruppen und Großkonzerne. Der große Verlierer ist dabei die Bevölkerung. Wie wir diese Ungerechtigkeit beenden können und Ressourcen sparsam und sinnvoll einsetzen, zeigen wir euch in unseren anderen Formaten. Unter anderem erwarten euch ein Repair-Café, ein Kleidertausch, bei dem ihr ungeliebte Exemplare loswerden und neue Lieblingsstücke finden könnt und ein Stadtrundgang zur kolonialen Vergangenheit und postkolonialen Gegenwart in Dresden.
Also kommt vorbei, kommt ins Gespräch und werdet aktiv!

Einen Überblick zum bunten Programm der Aktionswoche GLOBALISIERUNG UND UMWELTFOLGEN findet ihr hier.

Ein umfangreiches Reportoire an Informationen rund um das Thema Ressourcen findet ihr auf der Internetseite des BUND.
Ressourcen sind dieses Jahr auch das Schwerpunktthema der Sächsischen Entwicklungspolitischen Bildungstage (SEBIT). Noch bis zum 27. November könnt ihr verschiedenste Formate zum Thema besuchen.

Text: Theresa Zakrzewski

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[1] Lexikon der Nachhaltigkeit (2015): Ressourcen. Online im Internet: https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/ressourcen_1698.htm. (Stand: 16.11.2018).
[2] Food and Agriculture Organization of the United Nations (2016): 2016. The State of World Fisheries und Aquaculture. Contributing to Food Security and Nutrition for all. Online im Internet: http://www.fao.org/3/a-i5555e.pdf. (Stand: 15.11.2018).
[3] Cradle to Cradle e.V. (2018): Kreisläufe. Online im Internet: https://c2c-ev.de/c2c-konzept/kreislaeufe/. (Stand: 16.11.2018).