Plant based and fit – Salat mit Brokkoli bitte!

Viele zweifeln an einer ausreichende Nährstoffzufuhr durch pflanzliche Ernährung – ganz im Gegenteil ist es jedoch sehr gesund

Ein Text von Nele Kheim

Die Kombination aus einer abtuenden Handbewegung und dem Satz ,,Ich könnte das ja nicht!“. Das ist die übliche Reaktion auf „Ich esse kein Fleisch/vorwiegend pflanzlich.“. Jede*r der eben bewusst so lebt, hat sie schon unzählige Male bekommen, anschließend tief eingeatmet und versucht zu erklären. Erklären, dass die Bandbreite des täglichen Nahrungsspektrums weit über Salat und Körner hinausgeht, dass man sich nach einem Spaziergang aufgrund von Nährstoffmangel nicht ausruhen muss und dass ein Leben ohne tierische Produkte nicht nur sehr gut möglich, sondern auch erstrebenswert sein kann.

Im Zuge der Klimakrise müssen sich die Menschen mit verschiedenen Emissionsursachen in ihrem Alltag auseinandersetzen. Jede Entscheidung fürs Fahrrad, für ein Secondhandkleidungsstück oder Teilnahme an einer Demo für eine nachhaltige Politik zählt. Etwa ein Viertel der menschlichen Emissionen wird jedoch durch die Nahrungsmittelindustrie verursacht. Und auch hier kann sich jede*r an die eigene Nase greifen, zumindest wenn er*sie gerade keinen Mund-Nasenschutz trägt. Die Produktion von tierischen Produkten für unsere Ernährung ist in vielerlei Hinsicht ein Problem für das Klima. Eine Veränderung unseres Konsumverhaltens, hin zu einer überwiegend pflanzlichen Ernährung, birgt große Verbesserungspotentiale für die CO2-Bilanz, effizientere Wassernutzung, den Erhalt von (Regen-)Wäldern und und und. [1]

Universitäten sind Orte des Lernens, des Fortschritts und des Vorausdenkens. Vorbildhaft sollten sie demnach auch in Bezug auf klimafreudliches Handeln sein. Wie soeben schon eingeführt, ist die Ernährung ein großer Aspekt für eine klima- und menschenfreundliche Zukunft. Schnittpunkt zwischen Ernährung und Universität sind, keine große Überraschung, die Mensen. Ein Großteil der über 30.000 Studierenden sowie über 4500 Mitarbeiter*innen der TU Dresden tummeln sich zu nicht-pandemischen Zeiten in den über 20 Mensen und Cafeterien, die vom Studierendenwerk Dresden betrieben werden. [2,3] Hier können täglich Entscheidungen für ein klimafreundliches Dasein getroffen werden. Das Angebtosspektrum der Mensen hat sich in den letzten Jahren positiv in Richtung vegetarisch/vegan verändert, auch oder vor Allem dank studentischer Initiativen. Auch hier gibt es Luft nach oben, das Ziel, jeden Tag ein veganes Gericht an jeder Mensa anzubieten, ist noch nicht vollends erreicht, aber das soll nicht mehr lange dauern. Doch nicht nur das Angebot beeinflusst die Nachfrage, auch die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Vegane oder vollwertig pflanzliche Ernährung genießt einen Ruf voller Vorurteile über Mangelernährung und Verzicht. Dass dies keinesfalls die Realität ist, kann man sich auf vielen Ebenen bestätigen lassen. Deshalb ist es wichtig eine Vielzahl unterschiedlicher Menschen zu erreichen, um über die positiven Aspekte und die einfache Umsetzbarkeit der klimafreundlichen, pflanzlichen Ernährung aufzuklären. Am besten, wenn sie gerade dabei sind, sich ihre Teller zu beladen. Dafür ist eine kleine Kampagne in den Mensen in Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk geplant, die allen Hungrigen* die gesundheitlichen und ökologischen Vorteile näherbringen soll. Bis die Mensen wieder öffnen, muss noch eine Weile zu Hause gekocht werden. Zur Inspiration findet ihr vegane Rezepte, mit saisonalen Zutaten, jeden Monat auf instagramseite der tuuwi.

[1] Poore, J., & Nemecek, T. (2018). Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science (New York, N.Y.), 360(6392), 987–992. https://doi.org/10.1126/science.aaq0216

[2] https://tu-dresden.de/tu-dresden/profil/zahlen-und-fakten

[3] https://www.studentenwerk-dresden.de/mensen/mensen_cafeterien.html